Erfreunis in Grün und Blau: Radreise auf den Azoren

Die zweitgrößte Insel des Azoren-Archipels Pico eignet sich hervorragend zum Radfahren: Verkehrsarme Sträßchen ziehen sich über vulkanisch geprägte, einsame Landschaften. Ein Highlight auf den Azoren ist die Etappe zur Nachbarinsel Faial mit ihrem gigantischen Vulkankrater. Das fruchtbare Land wird vor allem für den Weinanbau genutzt, der aufgrund seiner speziellen Anbaumethode als UNESCO-Weltkulturerbe klassifiziert ist. Unsere Kundin Frau Sattler machte sich mit Herrn Wibmer im Mai dieses Jahres auf den Weg:

Schon mal vorab

Es war unsere erste Reise dieser Art und sie war fantastisch!
Liebes Biketeam, dank Euch hat alles reibungslos geklappt. Die von Euch gebuchten Flüge, alle Transfers mit Taxi, Fähre, die Wünsche bezüglich unserer Fahrräder, Eure gute Wahl der Pension auf Pico und die damit verbundene persönliche Betreuung vor Ort hat unseren Urlaub perfekt und unkompliziert gestaltet. Wir hatten alle Zeit der Welt zum Genießen.

Die Ankunft
Am Airport auf Faial wurden wir abgeholt und zum Fährhafen gebracht. „Glücklicherweise“ haben wir die Fähre nach Madalena verpasst. So hatten wir noch Zeit, uns die Füße in Horta zu vertreten, ein erstes Urlaubsbierchen zu trinken und kamen in den Genuss einer eineinhalbstündigen Fährfahrt nach São Roque. Die Sonne im Gesicht, die frische Meeresluft in der Nase und die Insel Pico mit Ihrem imposanten Vulkan ständig vor Augen.
Am Hafen wurden wir bereits erwartet und hatten während der Fahrt nach Madalena Zeit über die Insel und das Leben zu plaudern.

Die Pension und Ihre Eigentümer
Sofort haben wir gemerkt, dass hier alles mit ganz viel Liebe, Leidenschaft und Freude passiert. Von Petra und Nuno wurden herzlich aufgenommen, unsere Zimmer waren sauber, groß und freundlich eingerichtet. Wir haben uns die ganze Zeit wie zu Hause gefühlt, hatten Rundumbetreuung auf eine Art und Weise, welche von uns als sehr angenehm empfunden wurde. Zum Frühstück gab es frische Brötchen, selbstgemachten Marmeladen, Käse und Wurst aus der Region, Früchte, Müsli,…es hat an nichts gefehlt. Wenn wir am Nachmittag von unseren Touren kamen, stand immer ein frischgebackener Kuchen und Kaffee für die Gäste in der Küche.

Die Betreuung vor Ort
Nuno hat unsere Mietbikes perfekt montiert mit unserem eigenen Sattel und den Klick Pedalen. Er hat sich nach jeder Tour um platten Reifen und andere kleine Wehwehchen gekümmert, sodass jeden Morgen gewartete Bikes auf seinem Pickup geladen waren.
Schnell haben wir gemerkt, dass wir uns nicht am vorgegebenen Reiseverlauf festbeißen dürfen. Gerade auf einer Insel gibt das Wetter den Ton an. Und Petra: Sie war immer über die Wetterlage informiert und kam jeden Morgen mit Ihrer riesigen Landkarte zu uns an den Frühstückstisch, hat uns die perfekte Tour vorgeschlagen, aufs Navi programmiert und ist individuell auf unsere Wünsche eingegangen. Wir wurden zu den Startpunkten gefahren und haben angerufen, wenn wir wieder zum holen waren. Egal von wo. Das Angebot uns gegebenenfalls in einer Strandbar abzuholen, wenn wir keine Lust mehr zum Biken haben war sehr großzügig.

Die Touren
Alle vorgeschlagenen Touren waren gut durchdacht, landschaftlich einmalig schön, konditionell und fahrtechnisch gut zu schaffen. Die Touren waren so geplant, dass wir im Laufe der Woche möglichst viel von der schönen Insel gesehen haben.
Petra hat uns die Besteigung des Pico gleich für den ersten Tag empfohlen, da das Wetter dafür perfekt war. Jeder der Bergerfahrung, Wanderschuhe und Stöcke im Gepäck hat, sollte keinesfalls auf dieses wunderbare Erlebnis verzichten.
Besonders genossen haben wir die „Vulkantour“. Kraterseen, satte grüne Wiesen und Weiden, unbefahrene Straßen und Schotterwege, Sonne und Wind verbunden mit der Stille der Natur haben diesen Tag unvergesslich gemacht.
Eine andere Radtour hat uns auf die Nachbarinsel Faial geführt. Wiedermal war alles perfekt organisiert. Die Tickets für die Fähre, das Taxi auf die Caldeira, zum Startpunkt der Tour. Viele Kilometer, machbare Höhenmeter und wieder eine grandiose Landschaft haben den Tag perfekt gemacht. Vor der Rückfahrt mit der Fähre in Horta war noch genügend Zeit für einen Snack und einen Drink in Peters Cafè.
Die anderen Touren brachten uns durch die Weinanbaugebiete Picos, durch Wälder und an der Küste entlang. Die Abende haben wir in Madalena verbracht, ein schönes Städtchen mit hervorragenden Restaurants.
Eine Bootsfahrt zu den Walen, ein Muss! Dank guter Planung von Petra waren Wetter und Meer im Einklang. Pottwale, Finnwale und verschiedene Delfinarten haben uns zum Staunen gebracht. Wir haben den Tag zum Ruhetag gemacht und den Nachmittag in einer gemütlichen Bar am Hafen in der Sonne gechillt.

Alles hat einmal ein Ende…
Nicht für uns. Während unsere Freunde zurück nach München geflogen sind, haben mein Freund und ich noch drei Tage in Lissabon verbracht. Eine wunderschöne Stadt.
Sicher werden wir wieder kommen auf die Azoren, wir haben noch lang nicht alles gesehen.
Im kommenden Jahr möchten wir an die Algarve reisen, natürlich mit Biketeam, eure vorgeschlagene Tour klingt toll.

> Die Radreise auf den Azoren finden Sie unter diesem Link auf unserer Website www.biketeam-radreisen.de

Italienischer wird’s nicht. Auf dem Fahrrad durch Apulien.

Bei dieser Apulien-Radreise geht es ganz in den Süden, an den Absatz des italienischen Stiefels. Die malerischen Dörfer liegen im gleißenden südlichen Licht; die Tour führt von Bari über Karstlandschaften nach Matera. In Alberobella ragen die Dächer kegelförmig in den Himmel, bei Campo Marino rollt das Meer auf goldgelben Sand ein. Unsere Kollegin Christa testete die Reise zusammen mit ihrem Mann Gerhard im Mai auf dem Trekkingrad.

Eine Radreise durch Apulien imApulien Trekkingradreise Süden Italiens – das hat uns schon länger gereizt. Wir wählen E-Bikes, die wir am ersten Morgen, ebenso wie eine Einweisung inklusive GPS Geräte und Kartenmaterial, erhalten. Satteltaschen, Trinkflasche, Helm und Lenkertasche gehören zur Ausstattung, es kann losgehen.

Da sich die Ausfahrt aus Bari als verkehrstechnisch stressig erweist, werden wir außerhalb der Stadt mit unseren Bikes abgesetzt. Wir radeln im Wechsel auf kleinen Teerstraßen oder Schotterpisten mit wenig Verkehr. Dank GPS-Daten ist – nach etwas Übung  – der Weg gut zu finden, die Orientierung fällt leicht.

Apulien Trekkingradreise

Unser erstes Etappenziel, Castel del Monte, steht nach 70 Kilometern unübersehbar auf einem Hügel. Wir beziehen ein gemütliches Zimmer unterm Dach, bevor ein Gewitter aufzieht.

Die Räder sind hier, wie auf der ganzen Tour, sicher untergestellt. Der Akku hängt am Ladegerät, damit wir auch am nächsten Morgen wieder voll durchstarten können. Zur Sicherheit nehmen wir das Ladegerät mit auf die Touren, falls wir den Akku unterwegs wieder aufladen müssen. Das ist allerdings nur am dritten Tag der Fall: Es regnet, unsere Regenjacken und -hosen erfüllen ihren Zweck. Das Motto bei dem Wetter heißt „Keine Gnade für den Akku“: Wir radeln was das Zeug hält, um schnell unser Etappenziel anzusteuern. 

Apulien Trekkingradreise

Apulien Trekkingradreise

Die grandiose, sanft gewellte Landschaft lassen wir rechts und links liegen und genießen die Olivenbaumplantagen, Klatschmohnfelder und liebevoll aufgebauten, irisch anmutenden Kalksteinmauern am nächsten Tag umso mehr.

Unser Weg führt auf gewundenen Pfaden an spitzkegeligen Häuschen, Trullis genannt, vorbei. Es geht ein kleines Stück am Meer entlang und einige Steigungen hinauf und wieder runter. Wir durchqueren hübsche Orte mit kleinen Gassen, einladenden Cafés und vielen imposanten historischen Bauwerken. Am Abend freuen wir uns immer wieder auf die schönen, für uns reservierten Unterkünfte, wo unser Gepäck schon auf uns wartet. Nach einer warmen Dusche genießen wir die Vorzüge der italienischen Küche. Die Radreise geht viel zu schnell vorbei und endet in Lecce.

Apulien Trekkingradreise

Wir haben gelernt, wie wichtig ein guter Sonnen- und Regenschutz ist, Radbekleidung inklusive Handschuhe (Sonnenbrand!) eine Salbe für den – das lange Radeln nicht gewohnten – Po und sind uns sicher, dass wir Apulien einen zweiten Besuch abstatten werden.

Die Trekkingradreise nach Apulien ist individuell, mit flexibler Terminwahl buchbar. Sie finden die Reise hier auf unserer Website www.biketeam-radreisen.de

 

Die zehn fahrradfreundlichsten Städte Europas

Ein gut ausgebautes Radwegenetz, ausreichend Fahrradstellplätze und eine gute Beschilderung: Das sind drei von einigen Kriterien, die eine Stadt fahrradfreundlich gestalten. Wir präsentieren zehn europäische Städte, die sich Radfahrer zu Herzen nehmen. Übrigens kommt man in Städten bei Distanzen unter zehn Kilometern mit dem Fahrrad schneller voran als mit dem Auto. Grund genug also, häufiger aufs Rad zu steigen.

Amsterdam

Amsterdam zählt zu den Königinnen der fahrradfreundlichsten Städte Europas. Kein Wunder, denn rund zwei Millionen Kilometer legen die Radfahrer der niederländischen Hauptstadt pro Tag zurück und die Stadt wird von einem ca. 400 Kilometer langem Radwegenetz durchzogen. Wer Amsterdam besucht, sieht an allen Ecken und Enden Drahtesel: Auf etwa 750.000 Einwohner kommen 600.000 Fahrräder.

Kopenhagen

Kopenhagen setzt sich bis 2050 ein hohes Ziel: Die Stadt möchte CO2-neutral werden. Eine fahrradfreundliche Stadtentwicklung nimmt im Zuge dessen einen hohen Stellenwert ein – bereits heute legen die Einwohner der dänischen Hauptstadt täglich ca. 1,2 Millionen Kilometer mit dem Rad zurück.  Fahrrad-Schnellstraßen gehören genauso zum Stadtbild wie die Fahrrad-Rushhour.

Barcelona

Seit 2002 sind in Barcelona Fahrräder leihbar, einige Radwege sind baulich von Autostraßen getrennt zu befahren und mehrere Themenwege gestalten das Radfahren vor allem für Touristen angenehm: Neben einer Citytour zeigt eine beschilderte Küstentour die sehenswertesten Strände und die Runde „Auf den Spuren des Architekten Gaudi“ demonstriert die sehenswertesten Bauwerke Barcelonas.

Malmö

Das Radwegenetz des schwedischen Malmö ist erstklassig. Knapp 500 Kilometer Radwege, die mit Pumpstationen gesäumt sind, stehen zur Verfügung.

Berlin

Berlin hat knapp 3,5 Millionen Einwohner, von denen ca. 500.000 jeden Tag aufs Fahrrad steigen. Das 900 Kilometer lange Radwegenetz ist auch unter Touristen beliebt, vor allem der Radweg entlang der ehemaligen Mauer zählt zu den Klassikern der Stadterkundung.

Basel

Die Topografie lässt ein angenehmes Vorankommen per Rad zu, denn die Stadt im Schweizer Norden ist relativ flach. Reisende mit der Bahn können direkt nach der Ankunft im Bahnhof SBB ein Rad mieten. Die Verleihstation bietet außerdem eine Raparaturannahmestelle.

Münster

Münster zählt zu den fahrradfreundlichsten Städten Deutschlands. Etwa 35 bis 40 Prozent der Fahrten werden mit dem Rad zurückgelegt. Bereits seit 1999 steht am Hauptbahnhof ein Fahrradparkhaus, das gesamte Radwegenetz misst stolze 300 Kilometer. Wein Wunder, dass in den bundesweiten Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Münster immer wieder als die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands prämiert wird.

Trondheim

Das norwegische Trondheim gilt als Radlerparadies in Norwegen. In den letzten 20 Jahren investierte die Technik- und Universitätsstadt ca. 2,5 Millionen Euro in eine radfreundliche Infrastruktur. Zudem besitzt die drittgrößte Gemeinde Norwegens den einzigen Fahrradlift der Welt. Die Funktionsweise ist ähnlich eines Skiliftes: Der Radfahrer wird mit zwei Stundenkilometern den Berg hinauf geschoben – das erleichtert den Zustieg von Brubakken hinauf zur Festung Kristiansen. 

Oulu

Die sechstgrößte Stadt Finnlands bringt es auf ca. 620 Kilometer Radwegenetz. Alle zwei Jahre erhalten die Einwohner eine kostenlose, aktualisierte Radwegkarte. Sogar im tiefsten Winter beträgt der Radverkehrsanteil 22 Prozent und hält damit den Weltrekord (Textquelle: Geo.de und bikecitizens.net).

>  Lust aufs Radfahren? Radreisen, in Europa und weltweit, finden Sie auf unserer Website   www.biketeam-radreisen.de

 

Lanzarote – schwarze Perle im Atlantik

Über die Vulkaninsel per Rad

Unsere Reiseberaterin Stephanie erkundigte Mitte März 2017 die Kanareninsel Lanzarote per Rad. Und war fasziniert von der Vulkanlandschaft und der Kraft der Natur, die sich auf jeder Etappe spüren lässt: Sei es der Farn, der sich um das Vulkangestein legt; der Wind, der immer eine frische Priese bereithält, oder die Brandung der Atlantikwellen.

Nach einem frisch gepressten Orangensaft erwartete uns Peter, unser Ansprechpartner vor Ort, bereits am Flughafen. Mit seiner sympathischen Art konnten wir uns direkt fallen lassen und der Urlaubsstimmung hingeben. Vom Flughafen fuhren wir etwa zehn Minuten in das Küstenstädtchen Puerto del Carmen – unsere Basisstation für die nächsten sieben Tage. Noch am gleichen Abend erhielten wir unsere Räder und erste Informationen zum Tourenverlauf. Die Vorfreude auf die erste Etappe stieg.

Erstes Einrollen auf ebenen Küstenabschnitten

Gemütlich radelten wir uns am ersten Radtag entlang der Küste ein. Auf mehr oder weniger ebener Strecke genossen wir die Ausblicke auf das Meer. Der Farbkontrast zwischen schwarzem Lavagestein und dem blauen Atlantik prägte die Etappe. Wir schlängelten uns durch den Hauptort Arrecife mit seinen Promenaden, Hafen- und Industrieanlagen. Das Castillo de San Gabriel und das Castillo de San Jose lagen in unserem Blickfeld. Dazwischen lachten uns Steinmännchen an, als würden Sie uns eine gute Fahrt wünschen. Und auch wenn in den zentralen Küstenstädten das Touristenaufkommen sowie die Hotelanlagen etwas größer sind, befanden sich im weiteren Verlauf unserer Tour immer wieder auch ruhigere Strandbuchten, die zu einer kurzen Erholung und Erfrischung einluden. Unser Ziel hieß Punta de Topa – die kleine Inselzunge ist Anlaufpunkt für viele Windsurfer. Von hier ging es wieder mit dem Rad wieder zurück nach Puerto del Carmen.

Radtour entlang der Küste Lanzarotes

Lavafelder hautnah

Der Folgetag brachte uns auf Tuchfühlung mit den Naturgewalten: soweit das Auge reichte, hatten sich die Lavaströme Ihren Weg über die Insel gebahnt.Peter brachte uns morgens zum Ausgangspunkt nach Yaiza. Von hier führte uns die Tour zunächst auf geteerter Straße Richtung Casas de El Golfo. Dort wo die Straße endete begann das Meer – so schien uns der Übergang am Horizont nach der kurzen Abfahrt zum Golfo. Und diese lohnt sich, denn sie eröffnete einen faszinierenden Blick auf die Kraterlagune mit rotem, schwarzem und grün schimmerndem Gesteinsformationen. Weiter fuhren wir in Richtung Südwesten. Dabei machten wir einen kurzen Fotostopp in den vom Meereswasser ausgespülten Höhlen von Los Hervichos. Auch hier werden die Naturgewalten sicht- und spürbar. Das Wasser peitscht um und durch die Küstenfelsen.

Unser nächstes Etappenziel, die Salinen de Janubio wirken aus der Vogelperspektive ebenfalls wie ein Kunstwerk: solch ein Farbenspektrum bilden die einzelnen Felder ab.
Über die für den Verkehr gesperrte Landstraße bahnten wir uns den Weg zum südwestlichsten Punkt der Insel. Nach einigen Kilometern auf gut erhaltener Teerstraße wechselten wir die Richtung und den Untergrund. Auf naturbelassener Piste bahnten wir uns den Weg durch die Lavafelder und wurden dabei mit dem Untergrund warm. Das Meer befindet sich hier immer in unmittelbarer Sichtweite und so erfrischte uns in regelmäßigen Abständen die Gischt. (Für alle, die den unruhigen, steinigen Untergrund etwas scheuen, besteht eine Alternativstrecke).
Das Zwischenziel El Faro de Pechigueron zeichnete sich immer deutlicher am Horizont ab. Nachdem wir den südwestlichsten Punkt schließlich umrundet hatten, erreichten wir den Touristenort Playa Blanca und blicken zur Nachbarinsel Fuerteventura. Gerade einmal vier Kilometer trennen die beiden Inseln an dieser Stelle.
Über das Hinterland geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Hier treffen wir Peter, der uns wieder zurück zu unserer Basisstation bringt.

Leben erwacht zischen den Lavasteinen

Zurück zum Ursprung: Auf dem Vulkanrücken

Wurden wir in den ersten Tagen von Sonne verwöhnt, startete der dritte Radtag mit Wolken. Doch wir bemerkten schnell, dass sich diese nicht lange auf Lanzarote halten, sondern sich in der Regel höhere Bergkuppen auf Nachbarinseln suchen. Auf Sonne mussten wir daher nicht lange verzichten. Auf Pistenwegen machten wir uns auf den Weg Richtung Uga. Heute bewunderten wir das Farbenspiel zwischen schwarzem Lavagestein und den saftig, grünen Weinstöcken, welche zum Schutz vor dem Wind in Lavakuhlen angebaut werden. Über den Kamelpfad näherten wir uns dem Timanfaya Nationalpark. Die Vulkanlandschaft erblickten wir schon aus weiter Ferne: rot-schwarz schimmernd erhoben sie sich vor uns. Die Touristenattraktion „Kameltrekking“ ließen wir bewusst aus…zu kommerziell erschien uns der Massenauflauf. Mit den Rädern fuhren wir stattdessen noch ein Stück weiter und nahmen die offizielle Autozufahrt zum Nationalpark – nur dass wir uns mit den Rädern an den Autoschlangen vorbei bewegen konnten. Auf dem 510m hohen Vulkangebirgszug begaben wir uns mit Bussen über den Vulkanrücken und bestaunten Vulkankrater, riesige Vulkangesteine und tropfendes Lavagestein. Imposant, gewaltig, explusiv: die Naturgewalt schien zum Greifen nahe. Das setzte bei uns ein Kopfkino frei, denn unglaubliche Kräfte müssen vor etwa 300 Jahren im Verlauf der sechsjährigen Vulkanausbrüche hier gewirkt haben. Heute sind die Lavagesteine teils überwachsen von Flechten und Moos, den nahezu ältesten Pflanzenarten der Weltgeschichte.

Naturgewalten zum Greifen nahe
Im nahe gelegenen Centro de Visitantes kann die Eruption teils nachempfunden werden, dazu gibt es viele wissenswerte Informationen rund um den Vulkanismus auf Lanzarote.
Unsere Radetappe führte weiter Richtung Mancho Blanco. Über einen landwirtschaftlichen Weg wird die zunehmende Lebenskraft wieder spürbar. Hinter uns die Vulkankegel mit schwarzem Lavagestein – vor uns eine grüne Oase aus Moosen, Farnen, Palmen und grün bedeckten Vulkanhügeln: fast lieblich wirkte die Landschaft im Vergleich. Dazwischen gaben uns Lavahöhlen Einblick in den Untergrund und den Gesteinsaufbau.


Unser letztes Etappenziel war kulinarischer Art: das Museo del Vino. Im ältesten Weingut Lanzarotes wird die Geschichte des Weinbaus auf sympathische Weise vermittelt. Eine Kostprobe gehört natürlich auch dazu. Das war der perfekte Etappenausklang.

Ermita de las Nieves

Ausgehend vom Famara-Gebirge im Norden der Insel brachte uns der landwirtschaftliche Weg über den Höhenrücken Richtung nach Tequise, der ehemaligen Hauptstadt Lanzarotes. Traumhafte Ausblicke eröffnet bereits der Startpunkt, als auch die erste Etappenstrecke.


Tequise ist ein schmuckes Städtchen, in dem sich ein kleiner Spaziergang mehr als lohnt. Oberhalb der ehemaligen Hauptstadt thront das Castillo Guanapay, das einst vor Piratenangriffen schützen sollte. Mittlerweile ist der Norden vor allem für die Landwirtschaft bekannt. Im sandigen Untergrund werden unter anderem Kartoffeln und Süßkartoffeln angebaut. Je näher wir uns mit den Rädern der Inselmitte näherten, umso mehr nahmen wir zudem die Bedeutung des Weinbaus wahr. Mit einigen Abfahrten und viel Rückenwind, war diese Etappe unser „Ruhe- und Erholungstag“.

Mirador del Rio

Da der Vormittag mit leichtem Regen begann, hatten wir die Mirador-Etappe der Strand-Etappe vorgezogen. Doch schon nach dem ersten Einrollen und den ersten Höhenmetern riss der Himmel auf. Bereits vom Ausgangspunkt genossen wir Panoramablicke auf die Nordinsel, die Küstenlandschaft und das unter Naturschutz stehende Archipel las Chinijas. Im stetigen Auf uns Ab führte uns die Route durch das zweitgrößte Vulkanfeld der Insel. Immer wieder wanderte dabei unser Blick nach links auf den Atlantik und die vorgelagerten Inseln.


Unser erstes Zwischenziel, „Mirador del Rio“. Der 479 m hohe Aussichtspunkt zeichnet sich nicht nur durch seine spektakuläre Sicht aus. In nahezu natürlicher Bauweise erschuf der auf Lanzarote bekannte Künstler und Architekt César Manrique ein in den Berg integriertes Aussichtsgebäude. Aus der Ferne kaum erkennbar, eröffnen runde Panoramafenster den sturmfreien Ausblick auf La Graciosa. Diese wird auf der zweiwöchigen Radreise angesteuert. Und auch wenn der Besuch des Aussichtsgebäudes Eintritt kostet, lohnt sich dieser nicht nur für Architekturbegeisterte.


Nach einer stärkenden Mittagspause fuhren wir mit Rückenwind bergabwärts. Immer grüner wurde die Landschaft, dahinter erstrahlte blau das Meer. Nach den ersten Radtagen auf der Südinsel, welche durch die letzten Vulkanausbrüche geprägt sind, verschlang das Auge die Farbenpracht.
Der Abzweig Richtung Cuevas de los Verdes weiste uns den Weg. Denn hier erstreckt sich einer der längsten vulkanischen Tunnelsysteme über sechs Kilometer. Den natürlich gehaltenen Tunnelzugang betrachteten wir noch aus der Vogelperspektive und hoben uns den Eintritt für den nahe liegenden Jameos del Agua auf. César Manrique hat diesen auf künstlerisch-architektonische Weise Leben eingehaucht: ein Café, ein Restaurant, ein Teich mit endemischen, weißen Krebsen sowie eine Ausstellung zum vulkanischen Geschehen sind hier untergebracht. Doch nun war Endspurt angesagt. Unser Ziel: der nahe gelegene Küstenort Arrieta. Ganz bequem wurden wir von Peter hier wieder abgeholt.

Einsame Küstenlandschaften: El Jable und Caleta de Famara

Wie schnell eine Woche vergeht. Doch unser letzter Radtag versprach nochmals alle Register zu ziehen. Von Tao fuhren wir westlich Tichtung Tinajo und deckten uns hier für ein Strandpicknick ein. Über ruhige Nebenstraßen und Schotterpisten näherten wir uns dem Meer.
Fuhren wir noch zu Beginn der Tour teils auf geteerter Strecke, so nahmen wir ab La Costa einen Küstentrail. Zu Beginn erwies sich dieser noch etwas anspruchsvoller. Doch bereits nach 300 Metern wandelte sich der Trail zum gut befahrbarem Pfad mit atemberaubenden Ausblicken und erfrischender Gischt. Wir waren hin und her gerissen: Der Klang der Wellen und der Reiz des Pfades trieben uns voran – der Ausblick auf das Meer und die Küstenlandschaft lockten uns zu verweilen. Wir waren uns einig: dies ist ein atemberaubender Küstenabschnitt, denn wir ganz für uns alleine genießen durften.
Doch der Hunger trieb uns an, schließlich wollten wir am naturbelassenen, weißen Strand von Famara unser Picknick genießen. Die Sonne verwöhnte uns. Die Pause wurde daher um eine Stunde Strandentspannung verlängert.
Der Rückweg führte uns über größtenteils geteerte Straße mit leichtem Anstieg wieder zurück nach Tao.

Dank unserem lokalen Ansprechpartner Peter genossen wir eine faszinierende Radwoche auf Lanzarote. Von Ost nach West erkundeten wir die Insel mit all ihren Facetten. In den täglichen Etappen-Einweisungen gab uns Peter Tipps zu lohnenswerten Stopps und schönen Aussichtspunkten. Wir genossen die abwechslungsreiche Wegführung auf den einzelnen Etappen.

Reiselust geweckt? 

Über nachfolgenden Link erhalten Sie alle Detailinformationen rund um Ihren Radurlaub auf Lanzarote:

Lanzarote – Radurlaub Individuell 8 Tage >>

Lanzarote & Fuerteventura – Individuell 15 Tage >>

 

„Bevor man in Schottland mit dem Verkehr kämpft, kämpft man gegen den Wind“ – Interview mit Reiseleiterin Katia

Katia, unsere Reiseleiterin für Schottland-Radreisen, begeistert sich mit Herz und Seele sowohl für Schottland, als auch für Fahrräder und Geschichte. Mit einem Geschichtsstudium, einer Ausbildung zur Fahrradmechanikerin und ihrer Arbeit als Reiseleiterin macht sie genau eins: ihren Leidenschaften nachgehen. Was sie an Schottland fasziniert, erzählt sie in diesem Interview.

Katia, du bist unser Guide in Schottland. Was fasziniert dich an diesem Land?

Ja, gute Frage, warum und gerade Schottland. Viele ziehen bei Schottland einen Vergleich mit Norwegen, es ist rau und einsam, und bietet trotzdem spannende Metropolen wie Edinburgh und Glasgow. Wer möchte, steht innerhalb kurzer Zeit in der totalen Einöde. Besonders faszinieren mich die Heidelandschaften und Schottischen Highlands. Es gibt viele glasklare blaue Seen, Strände, die Leute sind sehr herzlich. Fahrradreisen bedeuten für mich die absolute persönliche Freiheit.

Wie oft bist du in Schottland unterwegs?

Ich bin ca. zwei bis drei Monate im Jahr dort. Ryanair fliegt von Bremen direkt nach Schottland, das ist natürlich Luxus. Meistens arbeite ich in der Hauptsaison. Wenn ich privat nach Schottland reise, mag ich auch den Winter, gerade weil sehr wenige Touristen unterwegs sind.

Das schottische Wetter hat keinen guten Ruf. Zu Recht oder zu Unrecht?

Das Wetter ändert sich in Schottland sehr schnell, innerhalb von fünf Minuten kann es bei Regen schon wieder ganz anders aussehen. Das Schottland-Vorurteil, sehr regenreich zu sein, stimmt aber nur halb. Ich hatte schon Gruppen bei richtig warmen Wetter, da sind alle baden gegangen. Also im Meer, nicht im Regen. Andererseits wurden wir schon so dermaßen eingeregnet, dass wir das Hotel nicht verlassen konnten. Klar, man sollte gute Regenbekleidung dabeihaben, Schönwetterreisende fahren vielleicht besser nach Italien. Das Wetter ist allerdings überproportional häufig gut.

Wir bieten verschiedene Schottlandreisen an. Einmal durch das Hochland und die Inneren Hybriden, auf dem Great Glen Way und zuletzt entlang der Westküste und in die Highlands. Welche ist dein Favorit?

Die Hybridinseln sind besonders schön. Sie vereinen ganz Schottland auf wenig Fläche. Meine Lieblingsinseln sind definitiv die Isle of Mull und Isle of Skye, von dort hat man die schönsten Panoramen, manchmal ist es etwas mystisch neblig. Neblig und wolkenverhangen. Die tollsten Ecken locken im Norden, schwarzes Lavagestein mit bizarren Felsformationen, da geht mein Herz auf. Ich mag auch den Loch Rannoch More Nationalpark sehr gerne, vor allem die Moor- und Sumpflandschaften. Es fährt sich dort sogar recht komfortabel, auf befestigten Wegen.

Verkehr gibt es kaum, oder?

Es gibt kaum Straßen mit Gegenverkehr, das ist das angenehme. Bevor man mit dem Verkehr kämpft, kämpft man eher gegen den Wind.

Ist die schottische Küche besser als ihr Ruf?

Die Leute sind begeistert von frischem Fisch, als Vegetarier hat man es nicht ganz so leicht. Außerdem wird alles frittiert, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Klar, Fish & Chips kennt man ja, aber frittierte Marsriegel!? Die wurden in Schottland erfunden. Und Wild wird gerne serviert. Das schottische Frühstück besteht schon mal aus geräucherten Makrelen, Baked Beans mit Toast und Speck, Lachs und Kabeljau. Porridge wird in nahezu allen Restaurants zum Frühstück serviert.

Wie bist du darauf gekommen, Radreisen zu führen?

Ich war viel im außereuropäischen Ausland unterwegs, und zwar immer auf dem Fahrrad, auch in Asien und Australien. Meine erste Schottlandreise werde ich nie vergessen, damals auf einem alten Rad mit Stahlrahmen. Insgesamt begegnet man vielen Herausforderungen, die man sonst im Alltag nicht erlebt. Höhenmetern. Starkem Wind. Mücken. Auf dem Fahrrad trifft man Menschen, die man sonst nicht treffen würde und führt Gespräche, die sonst nicht stattfinden.

Vielen Dank, Katia!

Habt ihr auch Lust Schottland mit dem Trekkingbike zu entdecken? Alle Details zur Reise findet ihr unter:

Schottland Trekkingbikereisen >>

Wir beraten Euch gerne, auch persönlich, unter Tel. 0761 / 556 559-29 oder per Mail info@biketeam-radreisen.de.

 

 

 

 

 

Eine Reise wert: Albanien

Man stelle sich vor: Eine Mischung aus der zerklüfteten dalmatinischen Küste mit ihrem eisblauen Wasser, dazu helle Kies- und Sandstrände wie an der Algarve, Oliven-, Zitronen- und Orangenhaine wie in der Toskana. Obendrauf römische Ausgrabungen, viel davon als Weltkurkulturerbe. Halt, die großartigen Wege durch wildes Gebirge nebst Einkehr bei extrem gastfreundlichen Menschen nicht vergessen.

Wir befinden uns in Albanien, bis zum Fall des Kommunismus der verschlossenste Staat Europas, heute ein Land, in das es sich zu reisen lohnt. Albanien lässt sich nicht leicht einordnen, trotz der Kleinheit des Landes ist seine Vielfalt erstaunlich.

Zehn Gründe, nach Albanien zu reisen:

1. Zwischen den Meeren

Das Land am Ionischen und Adriatischen Meer braucht sich vor vielen anderen europäischen Reisezielen nicht verstecken, im Gegenteil: Traumhafte, oft menschenleere Strände, wie der von Gjipe (nur zu Fuß zugänglich), sucht man in anderen Mittelmeerländern oft vergeblich.

2. Der gebirgige Norden

Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat den Weitwanderweg „Peaks of Balkans“ mit eingerichtet, im südlichen Küstengebirge läuft ein ähnliches Projekt. Ein Traum für Wanderer und Mountainbiker, lohnenswert ist vor allem die Gegend östlich von Tirana in den Albanischen Alpen.

3. Kultureller Reichtum

Die gut gepflegten, antiken Ruinen von Butrint im Süden des Landes über das römische Aquädukt bis hin zum venezianischen Kastell: Unesco-Welterbestädte wie Berat, die „Stadt der tausend Fenster“, und Gjirokastra zeugen vom reichen kulturellen Erbe Albaniens.

4. Religiöse Vielfalt

Muslime machen ca. 70 Prozent der Bevölkerung aus, sie leben Tür an Tür mit Katholiken (ca. 10%) und Orthodoxen (ca. 20%) – und das in einem Land, das noch vor einer Generation per Deskret atheistisch war. Zudem ist die albanische Landbevölkerung größtenteils sehr neugierig und die Leute freuen sich, wenn sie andere Menschen kennen lernen.

5. Wenig Verkehr

Wenig Verkehr, disziplinierte Autofahrer. Kein Wunder: Albanien ist mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern dünn besiedelt. Jeder zweite Wagen ist ein Mercedes, auf den die Besitzer gut aufpassen.

6. Essen

Speisen sind in Albanien im europäischen Vergleich günstig. Fantastisch ist das mediterrane Essen mit griechischen, türkischen und italienischen Einflüssen, wie zum Beispiel Ambash, eine Mais-Suppe mit Ziegenfleisch-Stückchen. Zu nahezu jedem Essen gibt‘s Gurken, Tomaten, Oliven und selbst gemachten Käse. Ziegen oder Schaf werden gegrillt, Blätterteig mit Nena gefüllt, einer Art Wildspinat.

7. Die Hauptstadt Tirana

Wer Tirana besucht, findet eine fortschrittliche Stadt vor: Neue Straßen, moderne Hochhäuser und die vielen Läden, Cafés und Restaurants im Stadtzentrum lassen fast vergessen, dass Albanien Ende der 1980er Jahre ein völlig verarmtes Land war.

8. Sicherheit

Viele denken beim Stichwort „Albanien“ an Blutrache und Kriminalität. Dazu sei das Auswärtige Amt zitiert: „Fälle von Gewaltanwendung bei Klein- und Straßenkriminalität sind relativ selten.“ Also, ab nach Albanien.

9. Anreise

Knapp über eine Stunde dauern die Flüge von Wien oder Ljubljana zum Flughafen von Tirana, der den Namen der albanisch-stämmigen Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa trägt.

10. Auf dem Fahrrad durch Albanien mit Biketeam-Radreisen

Einsame Strecken in entlegenen Bergen, Übernachtungen in traditionellen Gasthäusern, selbst gemachte Speisen aus Hof und Garten: Eine Bike-Tour durch die Berge Albaniens, ist eine Zeitreise in die Vergangenheit und ein Geheimtipp, der es in sich hat. Auf wilden Naturpisten sind wir auf dem Mountainbike unterwegs über entlegene Täler, einsame Pässe und durch geheimnisvolle Weiler. Die Trekkingradreise vereint wildes Bergland mit abwechslungsreichen Küstenetappen. Spätestens nach dem ersten Tag weiß man: Es lohnt sich manchmal, bekannte Pfade zu verlassen und neue zu erfahren. In Albanien, diesem letzten Geheimnis Europas.

Habt ihr auch Lust Albanien mit dem MTB oder Trekkingbike zu entdecken? Alle Details zur Reise findet ihr unter:

Albanien Trekkingbike- oder Mountainbike-Reise >>

Wir beraten Euch gerne, auch persönlich, unter Tel. 0761 / 556 559-29 oder per Mail info@biketeam-radreisen.de.

Gute Erfindung: 200 Jahre Fahrrad

Eine hervorragende Erfindung, effizient und dabei noch umweltfreundlich: Das Fahrrad feiert dieses Jahr seinen 200. Geburtstag. Am 12. Juni 1817 unternahm Karl Freiherr von Drais, geboren in Karlsruhe, die Jungfernfahrt mit der von ihm erfundenen „Laufmaschine“.

Doch wieso eigentlich wurden Anfang des 19. Jahrhunderts muskelbetriebene Fortbewegungsmittel erfunden? Verantwortlich sind äußere Umstände: Ein Vulkanausbruch, Missernten, Futter- und Pferdemangel – da braucht es Muskelkraft als Kutschenersatz.

Das Verlangen nach muskelbetriebenen Fortbewegungsmitteln entstand, weil Pferde, lange Zeit die günstigsten Transport-Antriebe, von einigen Hafermissernten auf einmal kostspielig wurden. Zur gleichen Zeit, im Jahr 1815, eruptierte in Südostasien der Vulkan Tambora. Seine gigantische Aschewolke verdunkelte die Erde zeitweilig, er brachte Eiseskälte, weitere Missernten und Hungersnöte.

Als die Katastrophe vorüber war, hatten die Menschen ihre Pferde längst verspeist. Ein „pferdeloser“ Ersatz musste her. Karl Freiherr von Drais hatte zu dieser Zeit die zündende Idee: Eine „Laufmaschine“, eine „Draisine“ oder ein „Veloziped“ – ein Gestell aus Holz mit zwei geschmiedeten Reifen hintereinander und einem beweglichen Vorderrad: Der Vorbote unserer heutigen Fahrräder war geboren. Eine Radreise würde auf Drais Laufmaschine einiges an Kondition liefern, so stieß man sich mit beiden Füßen ab, Pedale gab es keine. Das funktionierte jedoch erstaunlich gut, sein Konzept war raffiniert: Die Lenkung wurde weit nach vorne gelagert, um ausreichend stabil zu sein. Außerdem wog die Konstruktion nur 20 Kilogramm, was in etwa dem Gewicht eines durchschnittlichen Trekkingrades entspricht.

Die Jungfernfahrt mit seiner Draisine führte Karl Freiherr von Drais von Mannheim nach Schwetzingen ins Relaishaus. Später bot er auch öffentliche Fahrten an, um sein Laufrad bekannter zu machen. Am 29. April wäre er 257 Jahre alt geworden.

Vielleicht sitzt er nun auf einer Wolke im Himmel, lässt die Füße baumeln und denkt beim Anblick all der Radfahrer stolz an seine Erfindung zurück.

Madagaskar per Rad entdecken

Unsere Reiseteilnehmerin Sigrid G. hat uns auf unsere Radreise nach Madagaskar begleitet. Mit Ihrem Reisebild hat Sie am BIKETEAM Fotowettbewerb im August 2016 teilgenommen und den ersten Platz belegt.

Grund für uns nochmals nachzufragen:
Wie würden Sie Madagaskar beschreiben? Was hat Ihnen besonders gefallen?

„Eines der ärmsten Länder der Welt zu besuchen, auf die Idee kommt nicht jeder. Wir wurden nicht enttäuscht. Eine ehemalige französische Kolonie, die vergessen wirkt. Die riesige Insel ist im Norden tropisch geprägt, im Süden fast wüstenhaft. Wir sahen Regenwald und Baumwollfelder.
Mich packte das Interesse für die einzigartige Pflanze- und Tierwelt das Land zu bereisen. Wir erkannten viele Pflanzen wieder, unsere Topfpflanzen kommen daher.
Wir sahen viele Lemuren, die landestypischen Halbaffen.

Die Radreise fängt gut an, Reiseleiter Klaus holt uns vom Flughafen ab und wir besichtigen am gleichen Tag eine Königsgrabstätte. Immer rückwärts verneigend verlassen wir die Grabhäuser. Die Madagassen sind christlich geprägt mit vielen merkwürdigen Riten wie Grabumbettungen. Ein freudiges Fest.
Die ersten Bewohner Insel sind Indonesier gewesen, viel später kamen erst Afrikaner dazu. Das Land geprägt durch Reisanbau und Dörfern aus zweistöckigen schlichten Lehmbauten und einer kleinen Kirche. Richtig umgehauen hat uns die Armut nicht. Wir, mein Mann und ich, hatten immer das Gefühl es ist zwar arm, aber die Dörfer sind noch intakt. Nicht so viel eigennützige angebliche Entwicklungshilfe.
Immer fühlten wir uns sicher. Das lag auch der kompetenten Reiseleitung. Die Strecken waren gut ausgewählt, die Räder gut pflegt, wir hatten einen eigenen Mechaniker dabei und konnten jederzeit im eigenen Reisebus mitgenommen werden. Das Essen war abwechslungsreich und die Hotels einfach und sauber meist von Chinesen geführt. Wir haben viele positive Eindrücke mit nach Hause genommen und würden wieder dort hinreisen. Wir wurden nur am Strand angebettelt.

Eine landschaftlich abwechslungsreiche Reise mit gutem Wetter. “


Alle Reisedetails zur Madagaskar Radreise ansehen >>

Bike-Reise durch Bhutan

Unsere Reisegäste Anita und Dominique berichten in Ihrem Reisebericht über ihre Radreise durch Bhutan. Damit nehmen Sie uns mit auf eine Radtour, durch ein Land, das unter anderem durch das Bruttonationalglück bekannt ist. Denn bereits 1972 hat das Königreich Bhutan Glück als höchstes Gut ausgewiesen. Wir danke Anita und Dominique für diesen tollen Reisebeitrag.

Im November 2015 buchte ich zusammen mit meiner Partnerin die Bike-Tour in Bhutan. Die Reise führte uns auf abenteuerlichen Wegen von West nach Ost und per Inlandflug wieder zurück nach Paro.

Das Abenteuer beginnt bereits im Anflug zum Flughafen in Paro. Dieser gilt als einer der schwierigsten Landeplätze weltweit, da der Landeanflug durch ein enges Tal führt und kurz vor dem Aufsetzen sogar nochmals eine Linkskurve geflogen werden muss. Für Aviatik-Fans ein Leckerbissen, für alle anderen ein Moment des Augenzuhaltens.
Wir wurden in Paro von den örtlichen Guides freundlich empfangen und konnten gleich unsere Unterkünfte beziehen. Diese waren fast durchwegs besser als erwartet. In einzelnen entlegenen Regionen vermögen die Hotels allerdings nicht mit dem Komfort von Unterkünften in städtischen Regionen mitzuhalten. Die Hotels waren wiederum auch nicht der Anlass unserer Reise, so dass wir sehr gut mit den unterschiedlichen Gegebenheiten leben konnten.

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Die ersten Tage dienten der Akklimatisation an die Höhe. Der Hauptort Thimpu liegt 2300 Meter ü. Meer. Für uns Flachländer dennoch eine Umstellung, wenn wir die Höhe doch auch von den Alpen kennen. Mittels leichten Einführungs-Touren erkundeten wir unter kundiger Führung der Guides das Umland von Thimpu. Dabei kam auch die Kultur nicht zu kurz und wir besuchten das lokale Regierungsgebäude und Kloster (Dzong). Interessanterweise finden sich in Bhutan die Mönche und Regierungsbeamten unter einem Dach. In der einen Hälfte der Dzongs finden sich die Büros der Regierungsangestellten, in der andern die Unterkünfte und Gebetsräume der Mönche. Unser Guide erläuterte uns das Leben der buddhistischen Mönche und die Bedeutung der verschiedenen Zeichnungen an den Wänden im Klosterinnern. Auch den Nationalsport, das Pfeilbogenschiessen, lernten wir kennen und besuchten zudem den lokalen Markt.

Radreise Bhutan_Pfeilbogenschiessen Radreise Bhutan_Markt

 

 

 

 

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Am vierten Tag begann die eigentliche Tour. Zuerst galt es den Dochula-Pass (3150m) zu erklimmen. Dank der Akklimatisation kamen sämtliche Gruppemitglieder relativ locker auf den wunderschönen Pass. Auf dem Pass gönnten wir uns im Bergrestaurant einen feinen Tee. Anschliessend ging es auf einer langen Abfahrt hinunter Richtung Punakha. Wir übernachteten in einem wunderschönen Oeko-Hotel (dem ersten Bio-Hotel in Bhutan überhaupt).

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Gestärkt von einem leckeren Frühstück machten wir uns am folgenden Tag in das Tal der Schwarzhals-Kraniche (Phobjikha). Dazu galt es zuerst den Lawala-Pass (3360m) zu überqueren. Auf dem Pass überraschte uns das Küchenteam mit einem leckeren Mittagessen. Überhaupt zur Verpflegung während des Tages: Dank einem mitgereisten Koch und der Mithilfe der beiden anderen Fahrer wurden wir täglich mit einem feinen Essen unterwegs verwöhnt. Da in Bhutan das Töten von Tieren verboten ist (!), verzichteten wir auf Fleisch und genossen die Fülle an Variationen von Gemüse, Eierspeisen und Käse. Wer es scharf mag, kommt nicht zu kurz. Die Bhutaner sind ausgesprochene Chilli-Liebhaber. Diese essen sie zu jeder Tageszeit. Für die Gäste besteht aber die Wahl: Wer mag, schöpft Chillis in seinen Teller, wer es nicht mag, lässt es eben sein.

Radreise Bhutan_Verpflegung Radreise Bhutan_Essen

Nach dem Mittagessen ging es auf leichten Single-Trails ins Phobjika-Tal. Das Tal ist eine Augenweide. Nur von einzelnen Bauernhöfen besiedelt, erschien uns das Tal sehr ursprünglich. Man fühlt sich wie in einer andern Welt. Die Schwarzhals-Kraniche lassen sich von den Aussichtsposten gut beobachten.

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Die nächste Etappe führte uns über den Pelela-Pass (3400 m) nach Trongsa. Der Pass ist fast mühelos zu fahren, da die Höhendifferenz nicht mehr so bedeutend ist wie in den Vortagen – und die Zahl unserer roten Blutkörperchen nochmals gestiegen ist. Die Strasse hinunter nach Trongsa, welche aufgrund der vielen Baustellen von unseren Bikes einiges abverlangt, fordert hingegen wieder unsere volle Aufmerksamkeit. Müde aber zufrieden kommen wir in einer schönen Unterkunft an, wo wir im Garten ein kühles Bier geniessen.
Ein Muss in Trongsa ist die Besichtigung des Dzongs. Dank unserem kompetenten Guide erhalten wir auch hier wieder Einblick in das Leben der Mönche und Geschichte des eindrucksvollen Klosters.

Radreise Bhutan_Kultur Radreise Bhutan_Kloster

Die weiteren Etappen führen uns in den Süden des Landes und wieder zurück. Die Vegetation verändert sich mit der abnehmenden Meereshöhe markant und wechselt zu einer subtropischen Vegetation. Im Manas-Nationalpark hat es wildlebende Elefanten, Tiger und Affen. Aber keine Angst: Die Tiger sind sehr scheu und ein Kontakt mit Menschen ist so gut wie ausgeschlossen.

Radreise Bhutan_Radtour

Der Schluss der Tour führt uns ins Chumey-Tal und nach Bhumtang. Nach langer Zeit geniessen wir wieder einmal einen Capuccino und ein feines Stück Kuchen. Das Essen in einem kleinen lokalen Restaurant ist hervorragend. Wiederum ein feiner Tipp unserer erfahrenen Guides!

Viel zu früh dann schon die Rückreise per Inlandflug von Bhumtang nach Paro. Aus dem Flieger sieht man nochmals die verschneiten Gipfel des Himalayas. Nach einem halbständigen Flug erreichen wir Paro, von wo wir via Delhi zurück in die Schweiz fliegen.

Eine unvergessliche Reise!

 


Noch ein paar praktische Tipps:
– Die Reise stellt einige physische Anforderungen an die Teilnehmer. Vor der Reise deshalb unbedingt genügend trainieren. Wer während des Tages nicht mehr mag, kann allerdings jederzeit sein Bike aufladen und im Begleitfahrzeug weiterfahren…
– Die Wege führen vorwiegend auf der Haupt-Strasse von West nach Ost des Landes. Andere Strassen gibt es praktisch nicht. Die Regierung beschloss, die Strassen auszubauen. Dieses Vorhaben wird mit unzähligen Bauprojekten umgesetzt. Die Baustellen sind in der Regel mit Mountainbikes gut befahrbar; ab und zu gib es aber Staub-Immissionen oder auch Wartezeiten. Gegen Osten hat es tendenziell weniger Baustellen. Die Auto- und Lastwagenfahrer sind vergleichsweise „velofreundlich“.
– Wir konnten die Bikes von den lokalen Guides mieten (Hard-Tales). Die Bikes waren von guter Qualität. Aufgrund umständlicher Gepäck-Regelungen in Delhi (man checked das Gepäck bei Umsteigen aus und wieder ein) raten wir von einem Mitbringen des eigenen Bikes ab.
– Die Unterkünfte in städtischen Gebieten sind absolut auf westlichem Niveau. In peripheren Gegenden haben die Unterkünfte allerdings meist sehr einfachen Standard. Wer auf Luxus nicht verzichten kann, bucht die Reise folglich besser nicht.
Essen: Wir machten mit vegetarischer Küche gute Erfahrungen. Die Speisen werden durchwegs frisch zubereitet und in Buffetform angeboten. Das hat den Vorteil, dass gleich verschiedene Gerichte ausprobieren kann. Unser Favorit waren die Momos, in Teig eingewickeltes und fritiertes Gemüse.

Anita und Dominique, Schweiz


Reisetermine:
09.-24.10.2016

Den vollständigen Reiseverlauf zur Radreise durch Bhutan ansehen >>

Radreiseziel Albanien

Unser Geschäftsführer Peter Bär war im Juni auf Erkundungs- und Informationsreise in Albanien und hat beeindruckende Eindrücke mit gebracht.

Das touristisch noch relativ unerschlossene Land besticht durch seine sympathische Bevölkerung, spannende Landschaften vom Hochgebirge bis zum mediterranen Süden sowie zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten. Neben der eindrucksvollen Landschaft und der besonderen Gastfreundschaft hat ihm die albanische Küche begeistert.

 

Mit dem Fahrrad durch Albanien

Neben der bereits bestehenden Trekkingbike-Reise im Süden des Landes wird es in naher Zukunft sicherlich weitere Bike-Angebote von Biketeam in diesem faszinierenden Land geben!

Details zur geführten Radreise in Albanien >>

 

Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Radreise Albanien9 Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien Biketeam Radreisen auf Erkundungsreise in Albanien
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