Erfreunis in Grün und Blau: Radreise auf den Azoren

Die zweitgrößte Insel des Azoren-Archipels Pico eignet sich hervorragend zum Radfahren: Verkehrsarme Sträßchen ziehen sich über vulkanisch geprägte, einsame Landschaften. Ein Highlight auf den Azoren ist die Etappe zur Nachbarinsel Faial mit ihrem gigantischen Vulkankrater. Das fruchtbare Land wird vor allem für den Weinanbau genutzt, der aufgrund seiner speziellen Anbaumethode als UNESCO-Weltkulturerbe klassifiziert ist. Unsere Kundin Frau Sattler machte sich mit Herrn Wibmer im Mai dieses Jahres auf den Weg:

Schon mal vorab

Es war unsere erste Reise dieser Art und sie war fantastisch!
Liebes Biketeam, dank Euch hat alles reibungslos geklappt. Die von Euch gebuchten Flüge, alle Transfers mit Taxi, Fähre, die Wünsche bezüglich unserer Fahrräder, Eure gute Wahl der Pension auf Pico und die damit verbundene persönliche Betreuung vor Ort hat unseren Urlaub perfekt und unkompliziert gestaltet. Wir hatten alle Zeit der Welt zum Genießen.

Die Ankunft
Am Airport auf Faial wurden wir abgeholt und zum Fährhafen gebracht. „Glücklicherweise“ haben wir die Fähre nach Madalena verpasst. So hatten wir noch Zeit, uns die Füße in Horta zu vertreten, ein erstes Urlaubsbierchen zu trinken und kamen in den Genuss einer eineinhalbstündigen Fährfahrt nach São Roque. Die Sonne im Gesicht, die frische Meeresluft in der Nase und die Insel Pico mit Ihrem imposanten Vulkan ständig vor Augen.
Am Hafen wurden wir bereits erwartet und hatten während der Fahrt nach Madalena Zeit über die Insel und das Leben zu plaudern.

Die Pension und Ihre Eigentümer
Sofort haben wir gemerkt, dass hier alles mit ganz viel Liebe, Leidenschaft und Freude passiert. Von Petra und Nuno wurden herzlich aufgenommen, unsere Zimmer waren sauber, groß und freundlich eingerichtet. Wir haben uns die ganze Zeit wie zu Hause gefühlt, hatten Rundumbetreuung auf eine Art und Weise, welche von uns als sehr angenehm empfunden wurde. Zum Frühstück gab es frische Brötchen, selbstgemachten Marmeladen, Käse und Wurst aus der Region, Früchte, Müsli,…es hat an nichts gefehlt. Wenn wir am Nachmittag von unseren Touren kamen, stand immer ein frischgebackener Kuchen und Kaffee für die Gäste in der Küche.

Die Betreuung vor Ort
Nuno hat unsere Mietbikes perfekt montiert mit unserem eigenen Sattel und den Klick Pedalen. Er hat sich nach jeder Tour um platten Reifen und andere kleine Wehwehchen gekümmert, sodass jeden Morgen gewartete Bikes auf seinem Pickup geladen waren.
Schnell haben wir gemerkt, dass wir uns nicht am vorgegebenen Reiseverlauf festbeißen dürfen. Gerade auf einer Insel gibt das Wetter den Ton an. Und Petra: Sie war immer über die Wetterlage informiert und kam jeden Morgen mit Ihrer riesigen Landkarte zu uns an den Frühstückstisch, hat uns die perfekte Tour vorgeschlagen, aufs Navi programmiert und ist individuell auf unsere Wünsche eingegangen. Wir wurden zu den Startpunkten gefahren und haben angerufen, wenn wir wieder zum holen waren. Egal von wo. Das Angebot uns gegebenenfalls in einer Strandbar abzuholen, wenn wir keine Lust mehr zum Biken haben war sehr großzügig.

Die Touren
Alle vorgeschlagenen Touren waren gut durchdacht, landschaftlich einmalig schön, konditionell und fahrtechnisch gut zu schaffen. Die Touren waren so geplant, dass wir im Laufe der Woche möglichst viel von der schönen Insel gesehen haben.
Petra hat uns die Besteigung des Pico gleich für den ersten Tag empfohlen, da das Wetter dafür perfekt war. Jeder der Bergerfahrung, Wanderschuhe und Stöcke im Gepäck hat, sollte keinesfalls auf dieses wunderbare Erlebnis verzichten.
Besonders genossen haben wir die „Vulkantour“. Kraterseen, satte grüne Wiesen und Weiden, unbefahrene Straßen und Schotterwege, Sonne und Wind verbunden mit der Stille der Natur haben diesen Tag unvergesslich gemacht.
Eine andere Radtour hat uns auf die Nachbarinsel Faial geführt. Wiedermal war alles perfekt organisiert. Die Tickets für die Fähre, das Taxi auf die Caldeira, zum Startpunkt der Tour. Viele Kilometer, machbare Höhenmeter und wieder eine grandiose Landschaft haben den Tag perfekt gemacht. Vor der Rückfahrt mit der Fähre in Horta war noch genügend Zeit für einen Snack und einen Drink in Peters Cafè.
Die anderen Touren brachten uns durch die Weinanbaugebiete Picos, durch Wälder und an der Küste entlang. Die Abende haben wir in Madalena verbracht, ein schönes Städtchen mit hervorragenden Restaurants.
Eine Bootsfahrt zu den Walen, ein Muss! Dank guter Planung von Petra waren Wetter und Meer im Einklang. Pottwale, Finnwale und verschiedene Delfinarten haben uns zum Staunen gebracht. Wir haben den Tag zum Ruhetag gemacht und den Nachmittag in einer gemütlichen Bar am Hafen in der Sonne gechillt.

Alles hat einmal ein Ende…
Nicht für uns. Während unsere Freunde zurück nach München geflogen sind, haben mein Freund und ich noch drei Tage in Lissabon verbracht. Eine wunderschöne Stadt.
Sicher werden wir wieder kommen auf die Azoren, wir haben noch lang nicht alles gesehen.
Im kommenden Jahr möchten wir an die Algarve reisen, natürlich mit Biketeam, eure vorgeschlagene Tour klingt toll.

> Die Radreise auf den Azoren finden Sie unter diesem Link auf unserer Website www.biketeam-radreisen.de

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Italienischer wird’s nicht. Auf dem Fahrrad durch Apulien.

Bei dieser Apulien-Radreise geht es ganz in den Süden, an den Absatz des italienischen Stiefels. Die malerischen Dörfer liegen im gleißenden südlichen Licht; die Tour führt von Bari über Karstlandschaften nach Matera. In Alberobella ragen die Dächer kegelförmig in den Himmel, bei Campo Marino rollt das Meer auf goldgelben Sand ein. Unsere Kollegin Christa testete die Reise zusammen mit ihrem Mann Gerhard im Mai auf dem Trekkingrad.

Eine Radreise durch Apulien imApulien Trekkingradreise Süden Italiens – das hat uns schon länger gereizt. Wir wählen E-Bikes, die wir am ersten Morgen, ebenso wie eine Einweisung inklusive GPS Geräte und Kartenmaterial, erhalten. Satteltaschen, Trinkflasche, Helm und Lenkertasche gehören zur Ausstattung, es kann losgehen.

Da sich die Ausfahrt aus Bari als verkehrstechnisch stressig erweist, werden wir außerhalb der Stadt mit unseren Bikes abgesetzt. Wir radeln im Wechsel auf kleinen Teerstraßen oder Schotterpisten mit wenig Verkehr. Dank GPS-Daten ist – nach etwas Übung  – der Weg gut zu finden, die Orientierung fällt leicht.

Apulien Trekkingradreise

Unser erstes Etappenziel, Castel del Monte, steht nach 70 Kilometern unübersehbar auf einem Hügel. Wir beziehen ein gemütliches Zimmer unterm Dach, bevor ein Gewitter aufzieht.

Die Räder sind hier, wie auf der ganzen Tour, sicher untergestellt. Der Akku hängt am Ladegerät, damit wir auch am nächsten Morgen wieder voll durchstarten können. Zur Sicherheit nehmen wir das Ladegerät mit auf die Touren, falls wir den Akku unterwegs wieder aufladen müssen. Das ist allerdings nur am dritten Tag der Fall: Es regnet, unsere Regenjacken und -hosen erfüllen ihren Zweck. Das Motto bei dem Wetter heißt „Keine Gnade für den Akku“: Wir radeln was das Zeug hält, um schnell unser Etappenziel anzusteuern. 

Apulien Trekkingradreise

Apulien Trekkingradreise

Die grandiose, sanft gewellte Landschaft lassen wir rechts und links liegen und genießen die Olivenbaumplantagen, Klatschmohnfelder und liebevoll aufgebauten, irisch anmutenden Kalksteinmauern am nächsten Tag umso mehr.

Unser Weg führt auf gewundenen Pfaden an spitzkegeligen Häuschen, Trullis genannt, vorbei. Es geht ein kleines Stück am Meer entlang und einige Steigungen hinauf und wieder runter. Wir durchqueren hübsche Orte mit kleinen Gassen, einladenden Cafés und vielen imposanten historischen Bauwerken. Am Abend freuen wir uns immer wieder auf die schönen, für uns reservierten Unterkünfte, wo unser Gepäck schon auf uns wartet. Nach einer warmen Dusche genießen wir die Vorzüge der italienischen Küche. Die Radreise geht viel zu schnell vorbei und endet in Lecce.

Apulien Trekkingradreise

Wir haben gelernt, wie wichtig ein guter Sonnen- und Regenschutz ist, Radbekleidung inklusive Handschuhe (Sonnenbrand!) eine Salbe für den – das lange Radeln nicht gewohnten – Po und sind uns sicher, dass wir Apulien einen zweiten Besuch abstatten werden.

Die Trekkingradreise nach Apulien ist individuell, mit flexibler Terminwahl buchbar. Sie finden die Reise hier auf unserer Website www.biketeam-radreisen.de

 

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Die zehn fahrradfreundlichsten Städte Europas

Ein gut ausgebautes Radwegenetz, ausreichend Fahrradstellplätze und eine gute Beschilderung: Das sind drei von einigen Kriterien, die eine Stadt fahrradfreundlich gestalten. Wir präsentieren zehn europäische Städte, die sich Radfahrer zu Herzen nehmen. Übrigens kommt man in Städten bei Distanzen unter zehn Kilometern mit dem Fahrrad schneller voran als mit dem Auto. Grund genug also, häufiger aufs Rad zu steigen.

Amsterdam

Amsterdam zählt zu den Königinnen der fahrradfreundlichsten Städte Europas. Kein Wunder, denn rund zwei Millionen Kilometer legen die Radfahrer der niederländischen Hauptstadt pro Tag zurück und die Stadt wird von einem ca. 400 Kilometer langem Radwegenetz durchzogen. Wer Amsterdam besucht, sieht an allen Ecken und Enden Drahtesel: Auf etwa 750.000 Einwohner kommen 600.000 Fahrräder.

Kopenhagen

Kopenhagen setzt sich bis 2050 ein hohes Ziel: Die Stadt möchte CO2-neutral werden. Eine fahrradfreundliche Stadtentwicklung nimmt im Zuge dessen einen hohen Stellenwert ein – bereits heute legen die Einwohner der dänischen Hauptstadt täglich ca. 1,2 Millionen Kilometer mit dem Rad zurück.  Fahrrad-Schnellstraßen gehören genauso zum Stadtbild wie die Fahrrad-Rushhour.

Barcelona

Seit 2002 sind in Barcelona Fahrräder leihbar, einige Radwege sind baulich von Autostraßen getrennt zu befahren und mehrere Themenwege gestalten das Radfahren vor allem für Touristen angenehm: Neben einer Citytour zeigt eine beschilderte Küstentour die sehenswertesten Strände und die Runde „Auf den Spuren des Architekten Gaudi“ demonstriert die sehenswertesten Bauwerke Barcelonas.

Malmö

Das Radwegenetz des schwedischen Malmö ist erstklassig. Knapp 500 Kilometer Radwege, die mit Pumpstationen gesäumt sind, stehen zur Verfügung.

Berlin

Berlin hat knapp 3,5 Millionen Einwohner, von denen ca. 500.000 jeden Tag aufs Fahrrad steigen. Das 900 Kilometer lange Radwegenetz ist auch unter Touristen beliebt, vor allem der Radweg entlang der ehemaligen Mauer zählt zu den Klassikern der Stadterkundung.

Basel

Die Topografie lässt ein angenehmes Vorankommen per Rad zu, denn die Stadt im Schweizer Norden ist relativ flach. Reisende mit der Bahn können direkt nach der Ankunft im Bahnhof SBB ein Rad mieten. Die Verleihstation bietet außerdem eine Raparaturannahmestelle.

Münster

Münster zählt zu den fahrradfreundlichsten Städten Deutschlands. Etwa 35 bis 40 Prozent der Fahrten werden mit dem Rad zurückgelegt. Bereits seit 1999 steht am Hauptbahnhof ein Fahrradparkhaus, das gesamte Radwegenetz misst stolze 300 Kilometer. Wein Wunder, dass in den bundesweiten Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Münster immer wieder als die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands prämiert wird.

Trondheim

Das norwegische Trondheim gilt als Radlerparadies in Norwegen. In den letzten 20 Jahren investierte die Technik- und Universitätsstadt ca. 2,5 Millionen Euro in eine radfreundliche Infrastruktur. Zudem besitzt die drittgrößte Gemeinde Norwegens den einzigen Fahrradlift der Welt. Die Funktionsweise ist ähnlich eines Skiliftes: Der Radfahrer wird mit zwei Stundenkilometern den Berg hinauf geschoben – das erleichtert den Zustieg von Brubakken hinauf zur Festung Kristiansen. 

Oulu

Die sechstgrößte Stadt Finnlands bringt es auf ca. 620 Kilometer Radwegenetz. Alle zwei Jahre erhalten die Einwohner eine kostenlose, aktualisierte Radwegkarte. Sogar im tiefsten Winter beträgt der Radverkehrsanteil 22 Prozent und hält damit den Weltrekord (Textquelle: Geo.de und bikecitizens.net).

>  Lust aufs Radfahren? Radreisen, in Europa und weltweit, finden Sie auf unserer Website   www.biketeam-radreisen.de

 

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Auf steilen Wegen

Madeira gilt aufgrund seines bergigen Terrains und ganzjährig milden Klimas als Traumziel für Mountainbiker. Unsere Kollegin Katharina war vor Ort, um Touren in verschiedenen Levels zu testen.

Es ist der Gesang des Meeres, der sich an diesem Abend mit dem Rauschen des Windes vermischt. Durch die offenen Fenster dringt er in den runden Raum, in dem eine Handvoll Touristen und einige Einheimische tanzen – die einen mehr im Takt des Meeres, die anderen in jenem der Musik. An der kleinen Bar werden abwechselnd Poncha, ein madeirensischer Likör, und Bier über die Theke geschoben. Die Stimmung liegt irgendwo zwischen fröhlich und friedlich-ruhig, dieses eigentümliche Gemisch, was es nur im Ausland gibt. Irgendwann nehme ich meine Flipflops in die Hände und gehe ein paar Meter zum Meer. Die Wellen klatschen gegen schwarze Klippen, salzige Luft veredelt das Atmen. Madeira empfängt mich von seiner stürmischen Seite. Noch ist mir das Wetter egal. Ich bin heute Nachmittag angekommen, um in den folgenden sieben Tagen Mountainbike-Touren in verschiedenen Levels zu testen und nicht, um in der Sonne zu liegen.

„Heute wird Enduro gefahren“, gibt Albano, Bikeguide und Inhaber eines Touranbieters, am nächsten Morgen vor seiner Bikestation in Canico breit grinsend zu verstehen. Anders als an anderen Tagen blickt er heute nicht in fragende Gesichter. „Enduro“ bezeichnet eine Spielart des Mountainbikens in grobem Gelände, kurz: es wird spitzkurvig und steil. Nuno, unser Guide, hat bereits vor dem Einsteigen in den Kleinbus seine schlammverschmierten Knie- und Ellbogenschoner angelegt und deutet auf einer ausgeblichenen Karte an, wo wir hinfahren. „Wir“, das sind Anna und Jörg, ein junges Paar aus Bonn, Nuno und ich. Das Level der Tour besprach Albano am Vorabend mit uns. „Es besteht die Wahl zwischen gemütlichen Ausfahrten auf befestigten Wegen, knüppelharten Downhills und einem Haufen Touren mittleren Niveaus“, sagte er. Anna und Jörg sind wegen dem teils ruppigen Terrain hier. Aus gutem Grund wurden auf Madeira einige Werbevideos der großen Bikehersteller produziert. Ich bin prinzipiell für alles zu haben und lasse mich frohen Mutes auf die Pläne von den beiden ein. Durch terrassierte, von Eukalyptusbäumen gesäumte Hänge zockeln wir in einem Kleinbus den Berg hinauf. Hinter uns schlenkert der Fahrradanhänger bedrohlich im Wind. An den Fensterscheiben rollen dicke Regentropfen hinab, doch die Sicht bleibt uns nicht komplett verwehrt. Madeiras Topografie zeigt sich steil. Hier, im Osten der Insel, nahe Santo António da Serra, nimmt die Landschaft den Anschein an, als sei die Zeit stehen geblieben. Als vor etwa 12 Millionen Jahren ein untermeerischer Vulkan mehrere tausend Meter Lavagestein aus dem Ozean hob, entstand ein grünes Paradies inmitten des Atlantiks. Neben einem landschaftlichen Formenschatz, der in Geographie-Büchern mehrere Kapitel füllt, glänzt Madeira, die „Blumeninsel“, mit seiner artenreichen Fauna.

Schon im 16. Jahrhundert importierten portugiesische Seefahrer die ersten bis dahin fremden Pflanzen, weshalb der Mai aufgrund der reichen Blütenstände als beste Reisezeit zum Wandern gilt. Bereits bei der Ankunft am Flughafen wird einem Madeiras botanisches Markenzeichen, die Strelitzie, an allen Ecken zum Kauf angeboten. Ursprünglich in Südafrika beheimatet, fand die Unterart der Bananengewächse mit ihrer gefächerten Blüte in leuchtendem Orange und Blau ihren Weg auf die „Insel des ewigen Frühlings“, wie Madeira auch genannt wird, und auf die Kanaren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nuno kontrolliert ein zweites Mal die Scheibenbremsen an unseren vollgefederten Bikes, schließt seinen Helmgurt, klatscht in die Hände. „Vamos“, los geht’s, gibt er auf Portugiesisch zu verstehen. Ein handtuchbreiter Trail windet sich an der Hangkante einer steil abfallenden, vom Regen durchtränkten Wiese entlang. Windböen zerren an meiner Regenjacke. Von vorne klatscht mir der Regen ins Gesicht, von hinten Schlammspritzer. „Es wäre gut, wenn man weiter als zehn Meter sehen könnte“, denke ich noch kurz, bevor es in einer steilen Rechtskurve den Hang hinunter geht und zum Denken keine Zeit bleibt. Enduro funktioniert am einfachsten, wenn man seinen Kopf ausschaltet, den Gesetzen der Schwerkraft folgt und wenig bis gar nicht bremst. „Geschwindigkeit bringt Sicherheit“, sagt Anna, die das erste Viertel schon unten ist, als ich noch kurz darüber philosophiere, was jetzt eigentlich größer ist: die physische oder die psychische Herausforderung. Starkes Bremsen erhöht das Risiko, über den Lenker zu stürzen. Nach einem Dutzend Haarnadelkurven, in ca. dreißig Grad steilem Gelände, folgt ein flacher Abschnitt mit etwa kniehohen Bodenwellen. Nuno nimmt Fahrt auf und springt über die Hügel, als sei der Untergrund eine dicke Matte, die ihn nach einem Sturz auffängt. Vor drei Jahren brach er sich bei einem Unfall beim Paragliden drei Rückenwirbel. Das Abenteuergen trägt er weiterhin in sich. Mit seinen Panzerwaden und Adern an den Unterarmen, so dick wie die Hydraulikschläuche eines Kleinbaggers, sieht man ihm an, dass er zumindest tagsüber eher wenig Zeit zwischen vier Wänden verbringt. Sein Metier sind die wilden Weiten der Natur. Wenn er nicht gerade Touristen wie uns Madeiras beste Trails vorführt, baumelt er an Fallschirmen hängend über seine Heimatinsel oder versorgt die Outdoorsport-Industrie mit frischem Bildmaterial – neben seinem Job als Guide arbeitet er als Fotograf.

Dicke Nebelschwaden kriechen langsam nahe Ribeiro Frio aus den immergrünen Tälern hinauf und geben Blicke auf die Gipfel des Pico Areiro und des Pico Ruivo frei. Madeiras höchste Berge kratzen knapp an der Zweitausendergrenze. Pyroklastisches Gestein formt verschachtelte Landzüge, so würde es einen zwischen all den Zacken, Graten und steilen Hangsenken in Grün und Grau nicht wundern, wenn Herr der Ringes Sauron dort oben den Meisterring schmiedete. Als Nuno den Bus wieder in Canico an der Bikestation parkt, uns schlammüberzogen in die angenehmen Welten der sauberen Betten und Duschen entlässt und fragt, was ich die nächsten Tage fahren möchte, entscheide ich mich für die Sightseeing-Variante: Kreuz und quer auf dem Mountainbike über die Insel, viel Landschaft und am besten Wege, deren Beschaffenheit es zulässt, den Blick von ihnen abzuwenden. Nuno nickt: „Wir haben ja noch sechs Tage Zeit. Um aus dir eine Enduro-Meisterin zu machen.“ Ich fürchte, wir haben uns falsch verstanden.

>> Bei der Mountainbikereise auf Madeira hat man die Wahl zwischen Touren in verschiedenen Levels. Sie finden die Reise hier auf unserer Internetseite. Gerne beraten wir Sie telefonisch oder per Mail: Tel. 0761 – 556 559 29,  info@biketeam-radreisen.de

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10 Argumente fürs Radfahren

Ob Umwelt oder Gesundheit: Rad fahren ist einfach super. Wir haben zehn Argumente zusammengetragen, weshalb man öfter auf den Sattel steigen sollte.

1. Es ist gesund

Von der Optimierung des Herzrhythmus über Blutdrucksenkung und Cholesterin-Abbau bis zur Bekämpfung von Rückenleiden reicht die Palette der positiven Effekte des Radfahrens. Nach den Empfehlungen der Schweizer Bundesämter für Gesundheit sollten Menschen jeden Alters täglich mindestens eine halbe Stunde aktiv sein. Unter anderem stärke die Bewegung auf dem Sattel das Immunsystem. Da das Körpergewicht zu 70 bis 80 Prozent auf dem Sattel lagert, werden die Hauptgelenke an Knien, Hüften und Schultern schonend bewegt und schon nach 30 Minuten Rad fahren werden Adrenalin und Endorphine ausgeschüttet, was depressiven Verstimmungen entgegenwirkt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs: www.adfc.de.

2. Es ist leise

Studien haben gezeigt, dass Verkehrslärm nicht nur anstrengt, sondern aufgrund der giftigen Emissionen außerdem unser Leben verkürzt. Wer Rad fährt, schon seine Ohren und die der Anwohner – vorausgesetzt, dass nichts schleift und kein Schutzblech klappert, aber das lässt sich einfach beheben.

3. Es setzt keine Emissionen frei

Fahrräder benötigen keinen Sprit und setzen keine Emissionen frei. Na gut, genau genommen stimmt das natürlich nicht ganz, denn auch unsere Muskeln wollen mit Brennstoff versorgt werden und auch die Rohstoffe für das Fahrrad müssen gewonnen, verarbeitet und transportiert werden. Also das Fahrrad am besten so lange wie möglich nutzen und die Muskeln nicht mit klimaschädlichen Steaks, sondern besser mit Gemüse und regionalen Lebensmitteln füttern.

4. Man erlebt viel

Wer wissen will, wie seine Stadt tickt, sollte Fahrrad fahren. Man sieht mehr, hört mehr, erlebt mehr.

5. Es entschleunigt

Wer entspannt radeln, kommt ausgeglichener im Büro und anschließend wieder zu Hause an. Unter anderem, weil man nie im Stau steht, keinen Bus und keine U-Bahn verpasst.

6. Es ist schnell

Na gut, zumindest auf kurzen Distanzen. Gerade in belebten Städten nimmt die Parkplatzsuche oft mehr Zeit in Anspruch als die reine Fahrzeit. Mit dem Fahrrad fahren wir einfach von Haustür zu Haustür. 

7. Es ist preiswert

Mit dem Fahrrad fahren wir sehr viel günstiger als mit dem eigenen Auto oder dem ÖPNV. Wobei man für kultige Fahrräder . Muss man aber nicht.

8. Es gibt Räder für jeden Bedarf

Die Vielfalt der Fahrradmodelle ist enorm. Lastenräder, kultige City-Cruiser, Mountainbikes für alle Ansprüche oder technisch gut ausgestattete Trekkingräder für Weltenbummler: Es ist für jede Anforderung etwas dabei.

9. Es spart Platz

Parkplätze, breite Straßen, Parkhäuser – für motorisierten Verkehr wurde jede Menge Fläche asphaltiert. Ein Fahrrad hingegen kann man ohne viel Flächenverbrauch fast überall abstellen und auch im fließenden Verkehr brauchen nicht motorisierte Zweiräder nur wenig Platz.

10. Wer auf dem Fahrrad reist, sieht mehr von der Welt

Anhalten, wo man möchte, zwischendurch mit Einheimischen plaudern, in den Alpen Singletrails hinunter brettern oder auf dem Rennrad ordentlich Strecke machen: Wer ein Land auf dem Sattel entdeckt, ist nah dran an Land und Leuten, tut seiner Gesundheit was Gutes und hat jeden Tag neue Eindrücke. Je nachdem, wonach Ihnen der Sinn steht: Wir haben mit Sicherheit etwas Passendes für Sie im Programm.

Unser komplettes Angebot finden Sie auf www.biketeam-radreisen.de

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Kultstätte des Bikesports: Mountainbiken in Utah

Wenige Touren werden in der Szene so euphorisch gelobt wie die Trails in Utah, einer Region, die als Geburtsstätte des Mountainbikens gilt. Versteinerte Sanddünen, die „Slickrocks“, die im Verlauf von Jahrmillionen erdoriert sind, schaffen eine Oberfläche rau wie Schmiergelpapier, an dem der Reifengummi haftet wie Honig an den Fingern. Der gewaltige Strom des Colorado zersägt Utah von Nordosten nach Südwesten und ist für einen Großteil der fantastischen Canyons rund um Moab verantwortlich. Unsere Trans-Utah-Tour startet bei Kanab und endet knapp 650 Kilometer weiter in Moab. Zwei Wochen Mountainbikegenuss durch eine grandiose Szenerie. 

Die individuelle Anreise erfolgt nach St. George im Süden Utahs. Am Morgen brechen wir früh auf und fahren zu unserem Ausgangspunkt der Tour nach Big Water. Die Smoky Mountain Road liefert eine gute Vorlage, für alles, was noch kommen mag: Grandiose Aussichten auf den Lake Powell, der sich als eine der wenigen Gewässer wie ein polierter Spiegel in ein Spektral der Rottöne schmiegt. Der Sand knirscht unter den Reifen, Steine schlagen laut klackernd aneinander. Geräusche, die uns die nächsten beiden Wochen treu begleiten werden.

Wie ein gigantisches Lineal führt die Smoky Road an erodierten Tafelbergen vorbei. Spuren Jahrtausende alter Erosionsprozesse versetzen uns gedanklich zurück in längst vergangene Zeiten. 

Das Grand National Staircase Monument, einem Naturschutzgebiet vom Typ eines Nationalmuseums, ist geologisch dreigeteilt: Die Schichtstufenlandschaft bildet eine nach Norden aufsteigende große Treppe, durchschnitten vom Paria River, der zusammen mit seinen Zuflüssen die Landschaft vielfach durchtrennt und dabei geologische Schönheiten par excellence kreiert. 

In den ewigen Weiten bauen wir unsere Zelte auf, übernachten im Zigtausend-Sterne-Hotel, die Abgeschiedenheit eliminiert jegliche Lichtverschmutzung und zeigt den Himmel, wie ihn Astrologen am liebsten sehen: sternenklar, vorausgesetzt die Witterung spielt mit. Müsli mit Obst stärkt die Waden, die in der mobilen Solardusche vom Staub befreit werden können. Es ist das Naturerlebnis, was für Luxus sorgt, gehobene Ansprüche an Materielles dürfen nur für die Bikes erhoben werden, alles andere ist nebensächlich. 

Es locken so dermaßen viele landschaftliche Sehenswürdigkeiten, dass an dieser Stelle eine kurze Auflistung erfolgt, bevor es weiter ins Detail geht: Der sagenumwobene Navajo Mountain, dessen Besteigung wegen seines von den Navajo für heilig erklärten Gipfels untersagt ist, das Kaiparowitz Plateau, was aussieht, als hätte jemand mit einem Pinsel verschieden pigmentierte Rottöne auf einer riesigen Leinwand übereinander gelegt. 

Utah gibt sich äußerste Mühe, seinen Besuchern die größtmögliche Gastfreundschaft zu bieten. In Boulder, namensgebend sind seine zahlreichen Felsen, beginnt der Burr Trail. Sechzig Meilen schroffes Auf und Ab durch den Long Canyon, den Wolverine Loop und Aussichten auf die Henry Mountains, aus deren Gipfelflanken einzelne Schneefelder hervorblitzen. Dürre, Einsamkeit und die raue Umgebung haben die Ansiedelung von Menschen lange Zeit auf ein Minimum begrenzt, mit Ausnahme des Glen Canyons, wo sich an sonnigen Wochenenden Besucher um die besten Plätze tummeln. 

 

 

 

 

 

Wer hier, nach all dem Zauber, einen Schnitt machen möchte, hat die Möglichkeit, die Tour nach einer Woche und etwa 330 Kilometern in den Henry Mountains zu beenden (wovon wir natürlich abraten). Da die Reise auf Anfrage auch als einwöchige Variante buchbar ist, wird die Gruppe ab nun teilweise neu gemischt. 

Die zweite Woche beginnt mit einigen Kilometern gemütlichen Fahrens auf dem Highway 95, bis wir auf die Wooden Shoe Road abbiegen. Für alle Strapazen entschädigt der Dark Canyon, er gilt als einer von Utahs Kronjuwelen. Einschnitte in die Ebenen zeugen von der Macht der Flüsse, die beachtliche Furchen hinterließen.

Als landschaftlicher Gegenpart zum Dark Canyon präsentiert sich der Canyonlands Nationalpark: dünne Felsnadeln, fein gestreift, erheben sich wie die Sammlung eines überambitionierten Turmbauers in den azurblauen Himmel, wo Kletterer spinnengleich an den Wänden kleben und den Blick von den Sandpisten in die Vertikale lenken.

Weitere Informationen zur Tour nach Utah finden Sie hier >> auf unserer Internetseite. Gerne beraten wir Sie, telefonisch oder auch per Mail: 

Tel.: 0761-556 559 29

info@biketeam-radreisen.de

 

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Fotowettbewerb bei BIKETEAM – unsere Jahresgewinner

Wir veranstalten jeden Monat einen Fotowettbewerb, außerdem nehmen alle Gewinner des monatlichen Wettbewerbes an unserer Jahresverlosung teil, bei der es nützliche Sachpreise zum Rad fahren zu gewinnen gibt. 

Nun war es wieder soweit, die Gewinner unserer Jahresverlosung wurden gekürt.

Der erste Preis geht dieses Jahr an Herrn Volker Schillinger, der nach der Rennradreise „Route des Grandes Alpes“ sein Fahrrad an der Mittelmeerküste parkt und sich verdienterweise von den Anstrengungen seiner Tour erholt. Gewonnen hat er einen 150€ Gutschein für seine nächste Reise – herzlichen Glückwunsch!

Frau Kletzander kann sich mit dem zweiten Platz, einem Bild von ihren schlammverspritzten Beinen von ihrer Bali und Java-Mountainbike Tour, über einen Fahrradhelm von Giro freuen. Frau Tschiedel ist mit einem Fahrrad-CombiPack, bestehend aus einer Satteltasche, einer Mini-Fahrradpumpe, einem Faltwerkzeug und einem Reifenheber gut für alle kommenden Reisen gerüstet. Sie war mit uns in Neuseeland.

Wir gratulieren den Gewinnern und bedanken uns außerdem bei allen Teilnehmenden. Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Partner Naturzeit, der uns die Sachpreise zur Verfügung stellte.

Bei unserem monatlichen Fotowettbewerb gibt es jeweils eine Satteltasche zu gewinnen, es entscheidet die Anzahl der Likes bei facebook. Wir freuen uns über alle zukünftigen Teilnehmer.

Weitere Informationen und die Teilnahmebedingungen zu unserem Fotowettbewerb finden Sie hier >> auf unserer Internetseite.

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Mountainbiken in den Anden: „Mein Faible für Argentinien begann in meiner Kindheit“

Herr Peters, freiberuflicher Musiker aus Regensburg, war im Januar mit uns auf einer Mountainbikereise in den Anden unterwegs. Von Malargüe in Argentinien geht es in acht Tagen über die „Cordillera“ nach Chile, übernachtet wird in Zeltcamps.

Herr Peters, wie schön, dass wir Sie zu Ihrer Reise interviewen dürfen. Weshalb haben Sie sich für eine Tour in Argentinien und Chile entschieden?

Das ist eine lange Geschichte: Mein Faible für Südamerika begann bereits in meiner Kindheit. In der vierten Klasse habe ich ein Referat über Brasilien gehalten, der Wunsch, nach Südamerika zu reisen, ließ mich seitdem nicht mehr los. Mit 31 Jahren bin ich dann endlich nach Brasilien geflogen, es war fantastisch. Vor allem die Musik hat mich sehr begeistert. Ein paar Jahre später flog ich erneut nach Südamerika und war in Paraguay, Peru, Chile und Argentinien.

Wie kam es, dass Sie sich für eine Radreise entschieden haben? Sind Sie ein begeisterter Mountainbiker?

Ich habe vor vielen Jahren mein Motorrad verkauft und bin auf ein motorloses Fahrzeug umgestiegen, also aufs Fahrrad. Mit einem Freund habe ich bereits zweimal die Anden überquert. Wir haben uns Strecken bei Google Earth angeschaut und uns auf den Weg gemacht. Ich bin mittlerweile 66 Jahre alt, mein Kamerad wollte diesmal nicht mit. Die geführte Tour bot sich an, es ist sehr komfortabel, dass das Gepäck transportiert wird und man sich nicht mit der Logistik auf der Reise befassen muss.

Mountainbike-Reise_Chile_ArgentinienDie Hochlagen der Anden sind von alpinem Klima geprägt. War Januar eine gute Reisezeit?

Das Wetter war wunderbar. Es war zwar oft sehr heiß, 35 bis 41 Grad, aber es fiel kein Regen. Der südamerikanische Sommer ist für die Hochanden die beste Reisezeit.

Welche Etappe war die beeindruckendste?

Beeindruckend war jeder Tag, als besonders spannend habe ich die vierte Etappe in Erinnerung. Nach den ersten drei Tagen, die sehr anstrengend waren, geht es am vierten Tag – nach Überquerung der argentinischen Grenze – durch eine Hochebene am Fuße eines Gletschermassives. Dann in einer schwierigen und langen Abfahrt (etwa 15km) durch dieses Niemandsland hinunter zum chilenischen Grenzübergang.

Das klingt nach einer harten Tour.

Die Tour an sich war gut zu meistern, stellenweise musste man etwas die Zähne zusammenbeißen, vor allem auf den sandigen, steinigen Pisten. Wer Probleme hatte, Spitzkehren zu fahren, musste ab und zu absteigen. Ich bin selbst kein Bike-Profi, konnte aber alles meistern. Ich bin auch zuhause mit dem Mountainbike unterwegs, aber nur auf Forststraßen, Waldwegen und ausgewiesenen Strecken.

Wie kann man sich die Camps vorstellen?

Ein Fahrzeug fährt die Küche, die Zelte und alles voraus. Das Camp wird also aufgebaut, bevor wir Mountainbiker dort sind. Beim Abbau haben alle geholfen. Die Crew war sehr freundlich, das Abendessen gut und reichlich. Wir haben in Drei-Personen-Zelten übernachtet, die von zwei Leuten belegt waren. Es ist auch möglich, alleine im Zelt zu schlafen. Abends sind wir spät angekommen, die Camps stehen mitten in der Prärie. Wasser war immer vorhanden. Aus Naturschutzgründen habe ich beim Waschen auf Seife und Shampoo verzichtet. Es gibt natürlich auch Körperpflegeprodukte, die biologisch abbaubar sind. Das ist ratsam.

Mountainbike-Reise_Chile_Argentinien

In den Zeltcamps wird für die Gäste gekocht. War das Essen gut? Was haben Sie gegessen?

Wir haben sehr abwechslungsreich gegessen. Hühnchen mit Reis, Nudeln mit gegrilltem Fleisch, auf Wunsch vegetarisch. Zum Frühstück gab es Brot, Kaffee, Kekse. Müsli leider nicht, das wäre ganz gut gewesen.

Was hat Ihnen am besten gefallen?

Es war alles rundum super, die Reise hat meine Erwartungen übertroffen. Man weiß ja nie, wer dabei ist, aber ich hatte sehr viel Glück mit der Gruppe. Wenn man mit jungen, gut gelaunten Leuten reist, wertet das eine Tour natürlich sehr auf.

Mountainbike-Reise_Chile_Argentinien

Die Region ist recht einsam. Haben Sie überhaupt andere Reisende getroffen?

Nein, eher wenige. Einmal sind wir einer Gruppe Deutscher begegnet, auch Mountainbiker, die waren aber sehr leistungsorientiert. Es geht mir nicht um die Anzahl der Kilometer, um das Abfahren einer harten Strecke. Ich möchte eher die Landschaft genießen und bin niemand, der Trails hinunterrauscht.

Haben Sie einen Tipp für Leute, die sich für die Reise interessieren?

Einen speziellen Tipp habe ich nicht. Ich kann die Reise aber sehr empfehlen. Die Gruppe war toll, das Personal vor Ort hat sich sehr für unser Wohlergehen engagiert und ein großes Lob verdient.

Haben Sie eine weitere Reise geplant?

Die Seidenstraße finde ich sehr spannend, natürlich ist die Gegend politisch gerade etwas problematisch. Eine Tour in Kanada würde mir sicher auch gefallen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie noch einmal mit uns verreisen. Vielen herzlichen Dank für das Interview.

Auch Lust auf eine Mountainbike-Reise nach Argentinien und Chile bekommen? Unsere Termine für 2018 stehen: 09.02. – 17.02.2018 und 23.02. – 03.03.2018

Die Reise finden Sie hier auf unserer Internetseite.

Mountainbike-Reise_Chile_Argentinien

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Harter Tobak: mountainbiken in Südtirol. Ein Trailbericht.

Der Rhythmus der Jahreszeiten bremst uns aus. Kann der Reschenpass hinter der Schweizer Grenze wegen Neuschnee mit unserem alten VW-Bus nicht befahren werden, wird uns eine Stunde später auch in Latsch in Südtirol die Weiterfahrt verwehrt. Zwar nicht mit dem VW-Bus, dafür auf dem Mountainbike, denn: es schüttet wie damals mit Lenin im Amazonas-Regenwald (aber das ist eine andere Geschichte).

Gregor verströmt Gelassenheit. „Wir tun das, was wir schon gestern hätten tun sollen: Tee trinken und Bücher lesen.“ Einer wie er wird erst in vierzig Grad steilem Gelände richtig wach, als Spross einer sportbegeisterten Familie ist er vor zwei Jahren als Wirtschaftsflüchtling in die Schweiz ausgewandert. Seitdem brettert er ständig irgendwelche Trails hinunter.

Unsere beiden Freunde Andreas und Christa, die morgen nachkommen, leben den gleichen Sport. Die Einzige, die den bevorstehenden Unternehmungen mit etwas gemischten Gefühlen gegenübersteht, bin ich. Mein emotionales Verhältnis zu Trails speiste sich bisher aus den Videos der Mountainbike-Legende Danny Mac Askill auf Youtube. Mit Ski oder Steigeisen an den Füßen klappt vieles, rollend auf zwei Rädern war ich bisher vor allem im Schwarzwald unterwegs.

Ich sitze auf der Matratze im Bus und schaue durch das beschlagene Fenster auf einen sanft vor sich hinplätschernden Steinbrunnen, neben dem wir auf einem Waldparkplatz stehen. Nebelschwaden erheben sich kriechend langsam aus dem Tal, um uns herum: Stille. Ich kaue auf einem Klumpen Graubrot und überlege, wie ich ohne Gesichtsverlust in Erfahrung bringe, wie das da so wird, auf den Trails. „Hast du dir schon mal was gebrochen?“, frage ich beiläufig. Gregor überlegt kurz, und zwar nicht, wie ich vermute, ob überhaupt, sondern wie oft und wo. 

Mit dem Abend kommt der Schnee, doch wir lassen uns die Freude auf die kommenden Tage nicht vermiesen. Latsch zählt zu einem der besten Bikereviere der Alpen. Was die Region Vinschgau so unverwechselbar macht, ist die Kombination aus landschaftlicher Schönheit und einem Terrain, das alle Stücke spielt. Latsch zählt knapp 5.000 Einwohner und liegt am Eingang des Martelltals, zwischen Goldrain und Kastelbell-Tschars. Die liebliche Landschaft mit den Apfelbäumen im Tal, die Berge mit ihren Gletschern hoch oben und der mit 3.905 Metern alles überwachende Ortler, im Nationalpark Stilfser Joch, bieten reihenweise Spielraum für aktive Urlauber.

Die einzigen Grenzen, die einem hier beim Mountainbiken gesetzt werden, sind die eigenen. Doch man muss kein Trailjunkie sein, um auf seine Kosten zu kommen. Auch Freunde des entspannten Genussbikens und lernwillige Anfänger finden hier so ziemlich alles, was an dem Sport dranhängt: wurzelige, verblockte Waldwege, Klassiker der Transalp-Routen, einfach zu fahrende Höhenwege zu urigen Almen.

Beim Spaziergang nach Latsch kommen uns gerade mal drei Wanderer entgegen, ansonsten sind wir alleine mit dem verwinkelten Ort und den Bergmassiven aus Schlerndolomit, die wie die Zähne eines gigantischen Unterkiefers in den Himmel ragen. An sonnigen Wochenenden herrscht hier ein Treiben wie an einer Berliner U-Bahn-Station – Deutsche inklusive. Eine steife Brise weht um unsere Kapuzen. Verträumt trotten wir zum Marktplatz, auf dem die Eisdielen heute geschlossen sind.

Ein lautes Rülpsen lässt mich zusammenzucken. Vorwurfsvoll schaue ich zu meinem Begleiter, doch es ist ein riesiger Hund, der rechts hinter mir drohend das Nackenhaar sträubt. Zum Glück verschwindet er schneller Richtung Apfelplantagen, als ich mich auf zwei Beinen retten kann. Der Schreck schärft die Sinne.

Wir spazieren durch den Ort, der – viel zitiert – wie ausgestorben aussieht. Irgendwo hinter diesen zig Kirchtürmen, Apfelbäumen und Bergmassiven liegt die Welt, aus der wir kommen, eine mit Flugplänen, Media Märkten und Wagenstandsanzeigern. Unsere Schlechtwettersicht beschränkt sich auf den Kontrast zwischen der fruchtbaren Talsohle und einer kargen Bergwelt. Südtirol, die nördlichste Provinz Italiens, beherbergt eines der größten Apfelanbaugebiete Europas. Durch Frostschutzberegnung werden die Blüten bei Minusgraden gespritzt, alte Traktoren knattern zwischen den Plantagen hindurch. Wir lassen den Abend mit einem Besuch im Hallenbad ausklingen, „Gnade für die Wade“, sagt Gregor, während er wie eine laichende Kröte im brühwarmen Außenbereich am Beckenrand klebt.

Dass von Latsch ein Zauber ausgeht, erfahren wir am nächsten Morgen, nach dem ersten Blick aus dem Fenster: Weiß bestäubt strahlen uns die Bergketten an, ein überaus fotogener Kontrast zum leuchtend satten Grün im Tal. Die Sonne scheint auf uns hinab, als wolle sie sich für den vielen Regen und Schnee der letzten Tage entschuldigen. Wir spülen die Müdigkeit, die man so verspürt, wenn man früh morgens aus einem muffigen Bus kriecht, mit einer Tasse Kaffee hinunter. „Auf geht’s, hinauf zur Alm“, sagt Gregor, mit affektiertem Südtiroler Zungenschlag.

Unsere darauf folgenden Tage rund um Latsch erinnern ein wenig an ein Computerspiel, bei dem es darum geht, möglichst viele Höhenmeter zu sammeln, Hindernissen geschickt auszuweichen und in neue Terrains vorzudringen. Da sind unter anderem der Propain Trail, der Holy Hanson Trail, der Burgentrail und der Panoramatrail, die sich handtuchbreit und wild geschwungen in eine Landschaft aus Grün und Grau fräsen.

Level 1: Man kurbelt auf einem Forstweg bis zu einer Alm hoch und fällt in derselbigen über Kaiserschmarrn her, bis man sich auf Alm Nummer zwei einen Kaffee gönnt, und pappsatt durch den Wald auf fahrtechnisch moderaten Wegen zurück zum Bus gelangt.

Level 2: Man gelangt über sandige Wege im kurvenreichen Anstieg zu einer Burg, klettert auf die Brüstung, lässt sich von unten das Mountainbike reichen, sammelt Punkte beim Fotografieren, beißt auf halbem Anstieg in sein Käsebrot und donnert selbigen sandigen Weg wieder hinab. „Immer schön die Zeigefinger an die Bremsen, Sattel runter, Hintern raus, Ellbogen nach außen strecken“, sagt Christa durch ihren Fullface-Helm, und sie weiß, wovon sie spricht. Level 3: Steinstufen hochfahren ist die eine Herausforderung, vierstellige Höhenmeterangaben noch vor dem Mittagessen knacken die andere. Proviant: Bananen und Nüsse, größere kulinarische Genüsse gibt’s erst am Abend.

Ich habe sehr viel Spaß in Latsch, obwohl ich mich ablege, mir Geröllsplitter um die Ohren fliegen oder ich mir zum x-ten Mal beim Auf- oder Absteigen die Pedale in die Waden ramme. Doch wer wie ich mit Leuten unterwegs ist, die ein Mountainbike auf die Wade tätowiert haben, weiß entweder, worauf er sich einlässt, oder gibt sich zumindest hier mit den unteren Levels zufrieden. In denen gibt’s wenigstens den Kaiserschmarrn.

A propos Levels: Durchs Vinschgau bieten wir zwei geführte Alpencross-Touren in unterschiedlichen Niveaus an. Beide Touren führen von Garmisch im Allgäu an den Gardasee nach Norditalien. Die Etappenlängen und zurückgelegten Höhenmeter bieten Mountainbikegenuss für sportlich orientierte bzw. sportlich sehr ambitionierte Bikefreunde (halsbrecherische Trails fahren muss man nicht). Text und Bilder: Katharina Baus

zum Alpencross Level 1 >>

zum Alpencross Level 2 >>

Suedtirol Mountainbiken Burg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lanzarote – schwarze Perle im Atlantik

Über die Vulkaninsel per Rad

Unsere Reiseberaterin Stephanie erkundigte Mitte März 2017 die Kanareninsel Lanzarote per Rad. Und war fasziniert von der Vulkanlandschaft und der Kraft der Natur, die sich auf jeder Etappe spüren lässt: Sei es der Farn, der sich um das Vulkangestein legt; der Wind, der immer eine frische Priese bereithält, oder die Brandung der Atlantikwellen.

Nach einem frisch gepressten Orangensaft erwartete uns Peter, unser Ansprechpartner vor Ort, bereits am Flughafen. Mit seiner sympathischen Art konnten wir uns direkt fallen lassen und der Urlaubsstimmung hingeben. Vom Flughafen fuhren wir etwa zehn Minuten in das Küstenstädtchen Puerto del Carmen – unsere Basisstation für die nächsten sieben Tage. Noch am gleichen Abend erhielten wir unsere Räder und erste Informationen zum Tourenverlauf. Die Vorfreude auf die erste Etappe stieg.

Erstes Einrollen auf ebenen Küstenabschnitten

Gemütlich radelten wir uns am ersten Radtag entlang der Küste ein. Auf mehr oder weniger ebener Strecke genossen wir die Ausblicke auf das Meer. Der Farbkontrast zwischen schwarzem Lavagestein und dem blauen Atlantik prägte die Etappe. Wir schlängelten uns durch den Hauptort Arrecife mit seinen Promenaden, Hafen- und Industrieanlagen. Das Castillo de San Gabriel und das Castillo de San Jose lagen in unserem Blickfeld. Dazwischen lachten uns Steinmännchen an, als würden Sie uns eine gute Fahrt wünschen. Und auch wenn in den zentralen Küstenstädten das Touristenaufkommen sowie die Hotelanlagen etwas größer sind, befanden sich im weiteren Verlauf unserer Tour immer wieder auch ruhigere Strandbuchten, die zu einer kurzen Erholung und Erfrischung einluden. Unser Ziel hieß Punta de Topa – die kleine Inselzunge ist Anlaufpunkt für viele Windsurfer. Von hier ging es wieder mit dem Rad wieder zurück nach Puerto del Carmen.

Radtour entlang der Küste Lanzarotes

Lavafelder hautnah

Der Folgetag brachte uns auf Tuchfühlung mit den Naturgewalten: soweit das Auge reichte, hatten sich die Lavaströme Ihren Weg über die Insel gebahnt.Peter brachte uns morgens zum Ausgangspunkt nach Yaiza. Von hier führte uns die Tour zunächst auf geteerter Straße Richtung Casas de El Golfo. Dort wo die Straße endete begann das Meer – so schien uns der Übergang am Horizont nach der kurzen Abfahrt zum Golfo. Und diese lohnt sich, denn sie eröffnete einen faszinierenden Blick auf die Kraterlagune mit rotem, schwarzem und grün schimmerndem Gesteinsformationen. Weiter fuhren wir in Richtung Südwesten. Dabei machten wir einen kurzen Fotostopp in den vom Meereswasser ausgespülten Höhlen von Los Hervichos. Auch hier werden die Naturgewalten sicht- und spürbar. Das Wasser peitscht um und durch die Küstenfelsen.

Unser nächstes Etappenziel, die Salinen de Janubio wirken aus der Vogelperspektive ebenfalls wie ein Kunstwerk: solch ein Farbenspektrum bilden die einzelnen Felder ab.
Über die für den Verkehr gesperrte Landstraße bahnten wir uns den Weg zum südwestlichsten Punkt der Insel. Nach einigen Kilometern auf gut erhaltener Teerstraße wechselten wir die Richtung und den Untergrund. Auf naturbelassener Piste bahnten wir uns den Weg durch die Lavafelder und wurden dabei mit dem Untergrund warm. Das Meer befindet sich hier immer in unmittelbarer Sichtweite und so erfrischte uns in regelmäßigen Abständen die Gischt. (Für alle, die den unruhigen, steinigen Untergrund etwas scheuen, besteht eine Alternativstrecke).
Das Zwischenziel El Faro de Pechigueron zeichnete sich immer deutlicher am Horizont ab. Nachdem wir den südwestlichsten Punkt schließlich umrundet hatten, erreichten wir den Touristenort Playa Blanca und blicken zur Nachbarinsel Fuerteventura. Gerade einmal vier Kilometer trennen die beiden Inseln an dieser Stelle.
Über das Hinterland geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Hier treffen wir Peter, der uns wieder zurück zu unserer Basisstation bringt.

Leben erwacht zischen den Lavasteinen

Zurück zum Ursprung: Auf dem Vulkanrücken

Wurden wir in den ersten Tagen von Sonne verwöhnt, startete der dritte Radtag mit Wolken. Doch wir bemerkten schnell, dass sich diese nicht lange auf Lanzarote halten, sondern sich in der Regel höhere Bergkuppen auf Nachbarinseln suchen. Auf Sonne mussten wir daher nicht lange verzichten. Auf Pistenwegen machten wir uns auf den Weg Richtung Uga. Heute bewunderten wir das Farbenspiel zwischen schwarzem Lavagestein und den saftig, grünen Weinstöcken, welche zum Schutz vor dem Wind in Lavakuhlen angebaut werden. Über den Kamelpfad näherten wir uns dem Timanfaya Nationalpark. Die Vulkanlandschaft erblickten wir schon aus weiter Ferne: rot-schwarz schimmernd erhoben sie sich vor uns. Die Touristenattraktion „Kameltrekking“ ließen wir bewusst aus…zu kommerziell erschien uns der Massenauflauf. Mit den Rädern fuhren wir stattdessen noch ein Stück weiter und nahmen die offizielle Autozufahrt zum Nationalpark – nur dass wir uns mit den Rädern an den Autoschlangen vorbei bewegen konnten. Auf dem 510m hohen Vulkangebirgszug begaben wir uns mit Bussen über den Vulkanrücken und bestaunten Vulkankrater, riesige Vulkangesteine und tropfendes Lavagestein. Imposant, gewaltig, explusiv: die Naturgewalt schien zum Greifen nahe. Das setzte bei uns ein Kopfkino frei, denn unglaubliche Kräfte müssen vor etwa 300 Jahren im Verlauf der sechsjährigen Vulkanausbrüche hier gewirkt haben. Heute sind die Lavagesteine teils überwachsen von Flechten und Moos, den nahezu ältesten Pflanzenarten der Weltgeschichte.

Naturgewalten zum Greifen nahe
Im nahe gelegenen Centro de Visitantes kann die Eruption teils nachempfunden werden, dazu gibt es viele wissenswerte Informationen rund um den Vulkanismus auf Lanzarote.
Unsere Radetappe führte weiter Richtung Mancho Blanco. Über einen landwirtschaftlichen Weg wird die zunehmende Lebenskraft wieder spürbar. Hinter uns die Vulkankegel mit schwarzem Lavagestein – vor uns eine grüne Oase aus Moosen, Farnen, Palmen und grün bedeckten Vulkanhügeln: fast lieblich wirkte die Landschaft im Vergleich. Dazwischen gaben uns Lavahöhlen Einblick in den Untergrund und den Gesteinsaufbau.


Unser letztes Etappenziel war kulinarischer Art: das Museo del Vino. Im ältesten Weingut Lanzarotes wird die Geschichte des Weinbaus auf sympathische Weise vermittelt. Eine Kostprobe gehört natürlich auch dazu. Das war der perfekte Etappenausklang.

Ermita de las Nieves

Ausgehend vom Famara-Gebirge im Norden der Insel brachte uns der landwirtschaftliche Weg über den Höhenrücken Richtung nach Tequise, der ehemaligen Hauptstadt Lanzarotes. Traumhafte Ausblicke eröffnet bereits der Startpunkt, als auch die erste Etappenstrecke.


Tequise ist ein schmuckes Städtchen, in dem sich ein kleiner Spaziergang mehr als lohnt. Oberhalb der ehemaligen Hauptstadt thront das Castillo Guanapay, das einst vor Piratenangriffen schützen sollte. Mittlerweile ist der Norden vor allem für die Landwirtschaft bekannt. Im sandigen Untergrund werden unter anderem Kartoffeln und Süßkartoffeln angebaut. Je näher wir uns mit den Rädern der Inselmitte näherten, umso mehr nahmen wir zudem die Bedeutung des Weinbaus wahr. Mit einigen Abfahrten und viel Rückenwind, war diese Etappe unser „Ruhe- und Erholungstag“.

Mirador del Rio

Da der Vormittag mit leichtem Regen begann, hatten wir die Mirador-Etappe der Strand-Etappe vorgezogen. Doch schon nach dem ersten Einrollen und den ersten Höhenmetern riss der Himmel auf. Bereits vom Ausgangspunkt genossen wir Panoramablicke auf die Nordinsel, die Küstenlandschaft und das unter Naturschutz stehende Archipel las Chinijas. Im stetigen Auf uns Ab führte uns die Route durch das zweitgrößte Vulkanfeld der Insel. Immer wieder wanderte dabei unser Blick nach links auf den Atlantik und die vorgelagerten Inseln.


Unser erstes Zwischenziel, „Mirador del Rio“. Der 479 m hohe Aussichtspunkt zeichnet sich nicht nur durch seine spektakuläre Sicht aus. In nahezu natürlicher Bauweise erschuf der auf Lanzarote bekannte Künstler und Architekt César Manrique ein in den Berg integriertes Aussichtsgebäude. Aus der Ferne kaum erkennbar, eröffnen runde Panoramafenster den sturmfreien Ausblick auf La Graciosa. Diese wird auf der zweiwöchigen Radreise angesteuert. Und auch wenn der Besuch des Aussichtsgebäudes Eintritt kostet, lohnt sich dieser nicht nur für Architekturbegeisterte.


Nach einer stärkenden Mittagspause fuhren wir mit Rückenwind bergabwärts. Immer grüner wurde die Landschaft, dahinter erstrahlte blau das Meer. Nach den ersten Radtagen auf der Südinsel, welche durch die letzten Vulkanausbrüche geprägt sind, verschlang das Auge die Farbenpracht.
Der Abzweig Richtung Cuevas de los Verdes weiste uns den Weg. Denn hier erstreckt sich einer der längsten vulkanischen Tunnelsysteme über sechs Kilometer. Den natürlich gehaltenen Tunnelzugang betrachteten wir noch aus der Vogelperspektive und hoben uns den Eintritt für den nahe liegenden Jameos del Agua auf. César Manrique hat diesen auf künstlerisch-architektonische Weise Leben eingehaucht: ein Café, ein Restaurant, ein Teich mit endemischen, weißen Krebsen sowie eine Ausstellung zum vulkanischen Geschehen sind hier untergebracht. Doch nun war Endspurt angesagt. Unser Ziel: der nahe gelegene Küstenort Arrieta. Ganz bequem wurden wir von Peter hier wieder abgeholt.

Einsame Küstenlandschaften: El Jable und Caleta de Famara

Wie schnell eine Woche vergeht. Doch unser letzter Radtag versprach nochmals alle Register zu ziehen. Von Tao fuhren wir westlich Tichtung Tinajo und deckten uns hier für ein Strandpicknick ein. Über ruhige Nebenstraßen und Schotterpisten näherten wir uns dem Meer.
Fuhren wir noch zu Beginn der Tour teils auf geteerter Strecke, so nahmen wir ab La Costa einen Küstentrail. Zu Beginn erwies sich dieser noch etwas anspruchsvoller. Doch bereits nach 300 Metern wandelte sich der Trail zum gut befahrbarem Pfad mit atemberaubenden Ausblicken und erfrischender Gischt. Wir waren hin und her gerissen: Der Klang der Wellen und der Reiz des Pfades trieben uns voran – der Ausblick auf das Meer und die Küstenlandschaft lockten uns zu verweilen. Wir waren uns einig: dies ist ein atemberaubender Küstenabschnitt, denn wir ganz für uns alleine genießen durften.
Doch der Hunger trieb uns an, schließlich wollten wir am naturbelassenen, weißen Strand von Famara unser Picknick genießen. Die Sonne verwöhnte uns. Die Pause wurde daher um eine Stunde Strandentspannung verlängert.
Der Rückweg führte uns über größtenteils geteerte Straße mit leichtem Anstieg wieder zurück nach Tao.

Dank unserem lokalen Ansprechpartner Peter genossen wir eine faszinierende Radwoche auf Lanzarote. Von Ost nach West erkundeten wir die Insel mit all ihren Facetten. In den täglichen Etappen-Einweisungen gab uns Peter Tipps zu lohnenswerten Stopps und schönen Aussichtspunkten. Wir genossen die abwechslungsreiche Wegführung auf den einzelnen Etappen.

Reiselust geweckt? 

Über nachfolgenden Link erhalten Sie alle Detailinformationen rund um Ihren Radurlaub auf Lanzarote:

Lanzarote – Radurlaub Individuell 8 Tage >>

Lanzarote & Fuerteventura – Individuell 15 Tage >>

 

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