Zwischen Europa und Asien. Erkundungsreise nach Georgien.

Radurlaub und Mountainbike-Reisen in Georgien

Die Kaukasus-Region als Schnittstelle zwischen Ost und West faszinierte mich schon seit der Durchquerung mit dem Rad im Rahmen unserer Weltreise vor nun schon 15 Jahren. Vor einigen Jahren hatte ich bereits eine abwechslungsreiche Radreise in Armenien konzipiert – aber eigentlich schlägt mein Herz für das benachbarte Georgien. Die imposante, raue und einsame Bergwelt sowie die sympathischen Bewohner hatten es mir seinerzeit angetan. Bislang hatte ich wegen der Meinungsverschiedenheiten mit der russischen Föderation Abstand genommen an der Entwickung einer Radreise, doch meine Kollegen vor Ort wie auch hier in Deutschland, die regelmäßig in Georgien sind, unterstützten meine Pläne, endlich die Tourenplanung in Angriff zu nehmen. Nach weiteren Erkundungen beim Auswärtigem Amt startete ich mit der Grobkonzeption und buchte mir ein Ticket in die Hauptstadt Tiflis (von den Georgiern Tbilisi genannt).

Ausarbeitung geführter Radreisen in Georgien Aus meiner Erkundungsreise sind nun zwei neue Touren geworden, die sich sehen lassen können. Eine Trekkingbike-Reise von der Hauptstadt Tbilisi über den südlichen Kaukasus bis nach Batumi am Schwarzen Meer sowie eine Mountainbiketour über einsame und karge Hochplateaus bis zum größten Nationalpark Europas, dem Borjomi.

Damit die Touren ausgewogen im Anspruchsgrad werden, konzentrierte ich mich auf die Gebirgskette südlich der zentralen Tiefebene des Landes, die vom Schwarzen Meer bis nach Aserbaidjan reicht. Den nördlich gelegenen Hauptkamm des Kaukasus hebe ich mir später auf – vielleicht gibt es ja noch Interesse an technisch anspruchsvolleren Trail-Touren mit dem Mountainbike.

Die Hauptstadt mit dem schönen „Zungenbrecher-Namen“ Tbilisi ist eigentlich ein Moloch in einem recht engen Tal, jedoch gibt es auch hier ein paar schöne Stadtviertel, deren Besuch sich lohnt. Außerhalb der Stadt gibt es im üppig bewaldeten Naturpark ein paar tolle Strecken, die mich gleich zu Beginn meiner Erkundungstour begeistert haben. Auch die Runde am Naherholungsgebiet Lisi See bietet tolle Ausblicke auf die Stadt und ist ein guter Einstieg in unsere Mountainbike-Reise.

Mich hält es jedoch nicht lange im Ballungsraum der Stadt und ich dränge meine Kollegen, zügig raus zu fahren in die einsame Bergwelt südwestlich der Stadt. Die Bilder und Reiseberichte, die ich im Vorfeld studiert habe, machten mich neugierig und voller Hoffnung, hier ein paar schöne Radstrecken zu finden. Ich wurde nicht enttäuscht. Gleich einige Kilometer, nachdem wir die großen Plattenbausiedlungen der Stadt hinter uns gelassen haben, ließ der Verkehr stark nach und es ging durch steppenartige Landschaften mit vereinzelten Nadelwäldern in Richtung des Tsalka Sees, an dessen Ufer wir im einzigen Hotel weit und breit stoppten. Vom Balkon genoss ich die Abendstimmung und die Stille des Sees – trotz des eher einfachen und noch etwas in sowjetischem Stil angehauchten Gebäude war dieses Plätzchen bereits ein erstes Highlight, das ich unbedingt in beide Touren integrieren musste.

Das Hochplatau am Kabatskuri See auf dem Weg zum Borjomi Nationalpark ist nur auf grobschottrigen Pisten zu erreichen und somit trennen sich nach Tsalka die beiden Reiserouten. Die Biketour führt zum See und weiter über den Tsaratkaro Pass ins Erholungsgebiet Bakuriani, dessen Umgebung an den Schwarzwald erinnert. Am Polizeiposten oben am Pass werden wir kontrolliert und unsere Pässe werden akribisch untersucht bis wir weiter dürfen. Wie ich später erfahre, ist man in dieser Ecke des Landes aufgrund der nahegelegenen Erdöl-Pipeline von Aserbaidjan zum Schwarzen Meer etwas sensibel und will lieber alle Passanten der Strecke dokumentieren.

Auf der Trekkingbike-Strecke Richtung Westen, die ich im Anschluss noch erkunde, geht es nicht so abenteuerlich, aber nicht weniger spektakulär zu. Auch hier passiere ich ein paar Gebirgsseen und stoße dann auf die beeindruckende Höhlenstadt von Wardsia, die im 12. Jahrhundert in eine Felswand gehauen wurde. Ein Muss für die Radstrecke. Mit kulturellen Highlights geht es weiter. Bevor wir zum höchsten Punkt der Tour, dem Goderdzi-Pass kommen, besuche ich die imposante Festungsstadt Rabat. Ich bin begeistert von den tollen Landschafts-Szenarien und Naturschauspielen sowie den alten und sehenswerten Bauwerken, die dort im Mittelalter entstanden sind.  Die Trekkingbike-Reise wird eine ausgewogene Mischung aus Natur und Kultur.

Doch von der Festung bei Achalziche drehe ich erstmal wieder ab nach Norden, denn ich möchte noch den größten Nationalpark des Landes, den Borjomi für eine geeignete Mountainbike-Etappe erkunden. Der gleichnamige Ort ist bekannt für sein Mineralwasser – von dort starten wir auf eine holprige Passstraße, die uns vorbei an einsamen Behausungen der Schäfer erneut über die Baumgrenze hinweg führt. Die Landschaft ist schroffer als in den vorangegangenen Tagen und auch die Piste schlängelt sich entlang der Steilwände auf langem Weg in abwechslungsreicher Kulisse hinab ins Tal, das sich im weiteren Verlauf immer weiter öffnet. Wir haben die Tiefebene erreicht und unser Gedanke ist, zur zweitgrößten Stadt des Landes Kutaissi zu fahren um im Anschluss noch den Canyon und die Wasserfälle im Karstgebiet von Okatse zu erkunden.

Eine völlig andere, aber nicht weniger beeindruckende Landschaft erwartet uns. Das Karstgestein sorgt für Felsformationen, wie man sie von den Schluchten Südfrankreichs kennt – und so denke ich, ist dies ein guter Abschluss der Bikereise.

Ich wende mich wieder mit dem lokalen Team Richtung Schwarzmeer zu, um nach einer geeigneten Strecke für die Abfahrt mit dem Trekkingbike nach Batumi, der größten Hafenstadt, zu suchen. Vom Goderzi-Pass, der auch bekannt ist für das größte Skigebiet im Land, geht es von nun an nahe der türkischen Grenze nur noch bergab. Die quirlige Hafenstadt ist ein würdiger Abschluss der Tour. Ich bin leider etwas spät dran im Jahr, so dass mir das Wasser am Strand der Stadt etwas zu kalt ist, aber für die Gruppenreisetermine, die ich im Juni und September plane, ist ein Bad im Kühlen Nass des Schwarzen Meers dann sicherlich ein schöner Abschluss bevor es wieder nach Hause geht.

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