„Bevor man in Schottland mit dem Verkehr kämpft, kämpft man gegen den Wind“ – Interview mit Reiseleiterin Katia

Katia, unsere Reiseleiterin für Schottland-Radreisen, begeistert sich mit Herz und Seele sowohl für Schottland, als auch für Fahrräder und Geschichte. Mit einem Geschichtsstudium, einer Ausbildung zur Fahrradmechanikerin und ihrer Arbeit als Reiseleiterin macht sie genau eins: ihren Leidenschaften nachgehen. Was sie an Schottland fasziniert, erzählt sie in diesem Interview.

Katia, du bist unser Guide in Schottland. Was fasziniert dich an diesem Land?

Ja, gute Frage, warum und gerade Schottland. Viele ziehen bei Schottland einen Vergleich mit Norwegen, es ist rau und einsam, und bietet trotzdem spannende Metropolen wie Edinburgh und Glasgow. Wer möchte, steht innerhalb kurzer Zeit in der totalen Einöde. Besonders faszinieren mich die Heidelandschaften und Schottischen Highlands. Es gibt viele glasklare blaue Seen, Strände, die Leute sind sehr herzlich. Fahrradreisen bedeuten für mich die absolute persönliche Freiheit.

Wie oft bist du in Schottland unterwegs?

Ich bin ca. zwei bis drei Monate im Jahr dort. Ryanair fliegt von Bremen direkt nach Schottland, das ist natürlich Luxus. Meistens arbeite ich in der Hauptsaison. Wenn ich privat nach Schottland reise, mag ich auch den Winter, gerade weil sehr wenige Touristen unterwegs sind.

Das schottische Wetter hat keinen guten Ruf. Zu Recht oder zu Unrecht?

Das Wetter ändert sich in Schottland sehr schnell, innerhalb von fünf Minuten kann es bei Regen schon wieder ganz anders aussehen. Das Schottland-Vorurteil, sehr regenreich zu sein, stimmt aber nur halb. Ich hatte schon Gruppen bei richtig warmen Wetter, da sind alle baden gegangen. Also im Meer, nicht im Regen. Andererseits wurden wir schon so dermaßen eingeregnet, dass wir das Hotel nicht verlassen konnten. Klar, man sollte gute Regenbekleidung dabeihaben, Schönwetterreisende fahren vielleicht besser nach Italien. Das Wetter ist allerdings überproportional häufig gut.

Wir bieten verschiedene Schottlandreisen an. Einmal durch das Hochland und die Inneren Hybriden, auf dem Great Glen Way und zuletzt entlang der Westküste und in die Highlands. Welche ist dein Favorit?

Die Hybridinseln sind besonders schön. Sie vereinen ganz Schottland auf wenig Fläche. Meine Lieblingsinseln sind definitiv die Isle of Mull und Isle of Skye, von dort hat man die schönsten Panoramen, manchmal ist es etwas mystisch neblig. Neblig und wolkenverhangen. Die tollsten Ecken locken im Norden, schwarzes Lavagestein mit bizarren Felsformationen, da geht mein Herz auf. Ich mag auch den Loch Rannoch More Nationalpark sehr gerne, vor allem die Moor- und Sumpflandschaften. Es fährt sich dort sogar recht komfortabel, auf befestigten Wegen.

Verkehr gibt es kaum, oder?

Es gibt kaum Straßen mit Gegenverkehr, das ist das angenehme. Bevor man mit dem Verkehr kämpft, kämpft man eher gegen den Wind.

Ist die schottische Küche besser als ihr Ruf?

Die Leute sind begeistert von frischem Fisch, als Vegetarier hat man es nicht ganz so leicht. Außerdem wird alles frittiert, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Klar, Fish & Chips kennt man ja, aber frittierte Marsriegel!? Die wurden in Schottland erfunden. Und Wild wird gerne serviert. Das schottische Frühstück besteht schon mal aus geräucherten Makrelen, Baked Beans mit Toast und Speck, Lachs und Kabeljau. Porridge wird in nahezu allen Restaurants zum Frühstück serviert.

Wie bist du darauf gekommen, Radreisen zu führen?

Ich war viel im außereuropäischen Ausland unterwegs, und zwar immer auf dem Fahrrad, auch in Asien und Australien. Meine erste Schottlandreise werde ich nie vergessen, damals auf einem alten Rad mit Stahlrahmen. Insgesamt begegnet man vielen Herausforderungen, die man sonst im Alltag nicht erlebt. Höhenmetern. Starkem Wind. Mücken. Auf dem Fahrrad trifft man Menschen, die man sonst nicht treffen würde und führt Gespräche, die sonst nicht stattfinden.

Vielen Dank, Katia!

Habt ihr auch Lust Schottland mit dem Trekkingbike zu entdecken? Alle Details zur Reise findet ihr unter:

Schottland Trekkingbikereisen >>

Wir beraten Euch gerne, auch persönlich, unter Tel. 0761 / 556 559-29 oder per Mail info@biketeam-radreisen.de.

 

 

 

 

 

Radreise: von der Idee bis zum buchbaren Reiseangebot

Interview mit Geschäftsführer Peter Bär

Spannende Rad-Reiseziele, landschaftlich beeindruckende Radetappen, gute Unterkünfte – viele Einzelleistungen machen die Qualität einer Radreise aus. 

Biketeam Geschäftsführer Peter Bär

 

Stephanie Hug:
Peter, du bist erst vor kurzem von deiner Erkundungreise aus Taiwan zurückgekehrt. Wie kommst du denn auf neue und spannende Reisegebiete, wie Taiwan?

Peter Bär:
Ich war selbst zwei Jahre mit dem Rad auf Weltreise und habe dabei viele spannende Reiseländer kennengelernt. Auch heute reise ich all zu gerne und entdecke neue Länder.

 

Stephanie Hug:
Was machen für dich spannende Reiseziele aus?

Peter Bär:
Mich reizen vor allem „exotische“ Reiseziele, wobei mein Augenmerk nicht auf der Exotik sondern auf Reisezielen liegt , die sich noch abseits des Massentourismus erleben lassen. Länder, die sowohl landschaftlich als auch kulturell reizvoll sind. Ich möchte, dass unsere Gäste das Reiseland authentisch erleben und das geht auf dem Rad besonders gut. Gleichzeitig sind dies häufig auch Ziele, die als Alleinreisender aufgrund der geringeren Infrastruktur nicht so einfach zu organisieren sind. So radeln wir beispielsweise durch die weitläufige Naturlandschaft Schottlands oder Südnorwegens.

 

Stephanie Hug:
Wie gehst du bei der Ausarbeitung neuer Reiseziele vor?

Peter Bär:
Im ersten Schritt lese ich mich ein. Dazu decke ich mich mit Reiseführer ein und betreibe viel Recherche. Ich informiere mich über interessante Sehenswürdigkeiten und prüfe bereits im Vorfeld, wie sich diese per Rad verbinden lassen. Mit einem groben Plan reise ich dann ins Zielgebiet und schau mir vor Ort die Sehenswürdigkeiten an und prüfe die die Radstrecken. Dabei sieht man natürlich vor Ort viele weitere spannende Reiseziele, welche die Radreisen schlussendlich besonders reizvoll machen.
Hin und wieder gibt es aber auch Erkundungsreisen, bei welchen sich herausstellt: Das wird kein neues Reiseziel. Sei es aufgrund der Topografie, der Verkehrssituation oder mangels Leistungsträger vor Ort.

 

Stephanie Hug:
Fährst du die Reiserouten auch per Rad ab?

Peter Bär:
Selbstverständlich…das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um vor Ort die Machbarkeit der Reisen zu prüfen:
– Wie ist die Verkehrsituation auf den Straßen?
– Sind die Tagesetappen von den Distanzen machbar?
– Welche landschaftlichen Highlights und Sehenswürdigkeiten können eingebunden werden?
– Besteht ausreichend Infrastruktur vor Ort? Wie sieht es zum Beispiel mit Unterkünften aus?
– Wo gibt es schöne Picknickplätze und Einkehrmöglichkeiten?
Vieles davon würde man bei einer Erkundung per Auto gar nicht so ohne weiteres einsehen bzw.  bzw. beurteilen können. Und nicht zu letzt, bin ich selbst auch am liebsten mit dem Rad unterwegs (schmunzelt).

 

Stephanie Hug:
Nach welchen Kriterien suchst du den Routenverlauf aus?

Peter Bär:
Nachdem ich innerhalb der Planungsphase bereits interessante Sehenswürdigkeiten heraus gearbeitet habe, schau ich bei der genauen Rautenauswahl vor allem auf landschaftlich, abwechslungsreiche Strecken. Hauptaugenmerk liegt auf kleinen, verkehrsarmen Straßen. Zusätzlich prüfe ich den Fahrbahnbelag. Bevorzugt fahren wir bei Trekkingbike-Reisen auf asphaltierten Straßen. Bei Rennrad-Reisen ist dies natürlich die Voraussetzung.

 

Stephanie Hug:
Und wie gehst du bei der Auswahl der Unterkünften vor?

Peter Bär:
Da wir auch viel in Ländern und Reisegebieten unterwegs sind, in welchen die touristische Infrastruktur nicht unbedingt auf Masse ausgelegt ist, schaue ich im ersten Schritt auf die Lage möglicher Etappenziele.  Bei der Sondierung der Unterkünfte ist mir dann vor allem die Qualität der Unterkünfte wichtig. Bevorzugt wähle ich privat geführte Betriebe, die sich ebenfalls dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Vor Ort lasse ich mich dann auch durch die Hotelbetriebe oder Unterkünfte führen: schaue mir die Zimmer, Frühstücksräume und weitere Räumlichkeiten an. Besonderen Wert lege ich dabei auch auf die Freundlichkeit. Hierzu bin ich im ersten Schritt meist auch inkognito unterwegs.

 

Stephanie Hug:
Das klingt nach einer intensiven Erkundung vor Ort.  

Peter Bär:
Ja, das ist natürlich der Schwerpunkt bei der Ausarbeitung einer neuen Reise… ich reise gleichzeitig ja auch gerne (lacht).
Aber auch wenn die Reise steht und im Reiseprogramm eingebunden ist, gilt es diese kontinuierlich zu prüfen. Hin und wieder ändern sich zum Beispiel auch mal Straßensituationen. Oder wir bekommen Rückmeldungen unserer Reiseleiter oder Gäste, die wir einarbeiten. Hierzu sind wir mit unseren Reiseleitern vor als auch nach der Reise im intensiven Kontakt. Besonders wichtig sind uns in diesem Zuge auch die Reiserückmeldungen unserer Gäste.

 

Stephanie Hug:
Stehen für 2016 weitere Erkundungsreisen an? 

Peter Bär:
Unser Reisesortiment wollen wir weiter ausbauen. Dazu gibt es noch einige spannende Länder, die mir schon seit längerer Zeit im Kopf rum schwirren. Vor allem auch im Rennrad-Bereich werden wir 2016 neue Reisen erkunden.

 

Stephanie Hug:
Dann sind wir schon auf das nächste Reisejahr gespannt. Danke dir für den Blick hinter die Kulissen!